Die Physik-Arbeit

Sammlung Kindheit und Jugend (Stiftung Stadtmu...

Image via Wikipedia

Meine Tochter schreibt morgen eine Physikarbeit. Themen: Elektrizität und Magnetismus. Sehr spannend, weil ich mich derart als Vater gefordert mit dem Thema auseinander setzen muss. Also, warum leuchtet eine Glühbirne, wie erkläre ich Elektrizität, Strom, Magnetismuss, Dinge, die ich nicht anfassen kann? Und dann in dieser Sprache von Lernbüchern?

Spannende Themen. Sie führen mich auch an meine Grenzen, weil ich aufpassen muss, mit meiner Ungeduld nicht die Motivation der Tochter zu zerstören, die oft wie ein zartes Pflänzchen schnell zertreten ist. Zumal ich meine Situation in dem Alter vor Augen geführt bekomme, ich erlebe erneut, wie es bei mir war, wie ich fühlte, wie ich mich verloren fühlte, wie sich meine Eltern verloren fühlten, mir zu helfen. Ich fühle ihre Ungeduld, ich fühle meine Ungeduld, die Blockaden, die Angst, die Frustration, die entstehende Lernunlust.

Das muss nun der Kopf beiseite wischen, denn meine Kindheit ist vorbei, versuche also, meine Tochter zu helfen, was nicht leicht ist. Sind Kinder auch dazu da, die eigene Kindheit nochmal zu erleben, sie zu heilen, damit den Kindern zu helfen? Oft genug erscheint mir der Schmerz so groß, dass ich davor flüchte, aber meiner Tochter helfe ich damit nicht.

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2 Antworten zu “Die Physik-Arbeit

  1. Physik erklären kann ich nicht. Denn Physik war das, was ich immer nicht so richtig gecheckt habe. Obwohl ich sonst sehr gut war in den Naturwissenschaften, also in Mathe, Chemie und Biologie.
    Deine Beschreibung zum Problem „Wie helfe ich meiner Tochter richtg?“ eröffnet mir neue Aspekte zu meiner Kindheit. Es hat auch Vorteile, wenn man aus einer neudeutsch bildungsfern genannten Familie kommt. Da konnte mir sowieso ab spätestens Klasse 5 keiner helfen. Insofern hatte auch niemand ein Problem damit, weil es nicht erwartet wurde. Nicht von mir. Nicht von meinen Eltern.
    Und ja. Wir lernen viel von unseren Kindern, wenn wir es zulassen. Schau sie dir an. Schau dir ihre Macken oder Probleme an. Na, findest du dich wieder? Hey, das ist deine Chance, die eigenen Ecken und Kanten aus der Außenperspektive zu beobachten. Großartig finde ich das. Und lehrreich.

  2. Ich glaube, das ganze Leben ist ein Heilungsprozess: Die Arbeit ,die Kinder, die Ängste, alles führt einen zu sich selbst, spiegelt einen und bietet uns die Chance, sich weiterzuentwickeln. LG

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