Doch noch mal zum Thema Liebe

Schule

Beim Rasieren kommen mir oft gute Ideen und Einfälle. Der morgendliche Platz vor dem Spiegel lässt mich aufgrund seiner Unausweichlichkeit, wie so manch anderer Platz auch, innere Fluchten vollführen und bringt mich vielleicht deshalb an innere Orte, wo ich sonst den ganzen lieben Tag lang nie wieder hinkomme. Blöderweise verliere ich Gedanken und Ideen auch schnell wieder. Jeder kennt das, auch eine noch so revolutionäre Idee ist plötzlic wieder weg, als wäre sie nie gedacht worden. Warum ist das eigentlich so? Wahrscheinlich gehört diese Ideen sofort aufgeschrieben, mit einem Stift an Spiegel oder mit dem Kuli auf’s Toilettenpapier. Eigentlich… Bevor der Gedanken nun wieder wegflutscht, schreibe ich ihn auf und er wird wahr.

Heute Morgen führte der Gedanke mich in die Vergangenheit. Dort sah ich mich als Jugendlicher in der Schule in all seiner Ungereimtheit und Unvollständigkeit, heute ist mir klar, alle anderen waren genauso, nur ich dachte, ich sei einzigartig in meiner Unfertigkeit.

Warum es mir deshalb passierte, mich in die unerreichbarsten und angesagtesten Mädel unsterblich und vor allem unglücklich zu verlieben, weiss ich nicht. Ob ein Grund die Unerreichbarkeit an sich war, die mich inspirierte, ich mich vielleicht mit dem tollen Mädel schmücken wollte und nicht die Person sah, wer weiss.

Jedenfalls traumatisierten mich diese Erfahrungen („keine liebt mich“). Liebe oder was ich darunter verstand, bedeutete immer auch Schmerz und Schwere. Leicht war Liebe nie, sondern unerreichbar, wertvoll und deshalb so voller Mythen. Heute ist mir klar, ich stand mir damals selbst im Weg, weil ich zuviel reingedacht und gehofft habe. Für damals zu viel, für heutige Verhältnisse ist das anders. Meine romantischen Vorstellungen trage ich noch immer in mir.

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3 Antworten zu “Doch noch mal zum Thema Liebe

  1. Frauen lieben Männer mit romantischen Vorstellunge, Träumen, etc. Dan hast du ja jetzt beste Chancen 😉

  2. ehrlichgesagt bezweifle ich, dass Frauen ausgerechnet die landläufige Romantik lieben. Die ist nämlich allzuoft weichgespült. Was ich mir vorstellen kann, ist, dass Frauen Männer mit Vorstellungen, Träumen und Meinungen lieben. Und wenn sie auf Frauen eingehen können. Möglicherweise nennen Frauen letzteres dann manchmal „romantisch“.

    Vielleicht ist das eine begriffliche Spitzfindigkeit, aber die besagte weichgespülte Romantik führt meiner Erfahrung nach zum Gegenteil einer ausgewogenen Liebesbeziehung.

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