Erste Gedanken über Gantenbein

Ich war noch nie ein Schnellleser. Zudem lasse ich mich derzeit schnell ablenken und rutsche aus dem Lesefluss raus, ich bin unkonzentriert. Sich dann auf eine Lektüre, wie Max Frisch einzulassen, ist vielleicht nicht klug, allerdings zwingt mich das Buch in die Konzentration, also war die Entscheidung doch nicht schlecht.

Ich bin erst auf Seite 100, fange ständig wieder neu an zu lesen, dies liegt nicht nur an meiner Konzentration, sondern auch an der kleinen Schrift und den Gedankensprüngen von Max Frisch, die mir alles abverlangen, um ihnen zu folgen.

Soviel weiss ich, das Buch gefällt mir nicht, weil seine Gedanken kompliziert sind, einfach runterlesen lässt sich nicht. Allerdings werde ich es zuende lesen, weil mich manche seiner Aussagen faszinieren. Einige dieser „Fasziniertheiten“ schreibe ich mal gelegentlich gesondert auf.

Der Erzählstil wechselt von anschaulich bis zum Surrealen, zeitweise ist mir nicht klar, wo er sich befindet, dabei beschreibt er seine eigene Unsicherheit, so gesehen passt der Schreibstil, auch wenn er anstrengend ist. Das Buch werde ich sicherlich mehrmals lesen können und immer wieder neue Bilder und Gedanken und Deutungsmöglichkeiten entdecken.

Manchmal ertappte ich mich festzustellen, wie erleichtert ich bin, weil da jemand ist, der noch komplizierter denkt, als ich.

Eine Bettlektüre ist es nicht.

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Eine Antwort zu “Erste Gedanken über Gantenbein

  1. Du hast Dir keine einfache Kost zur Einstimmung in das Werk Frischs ausgesucht. Frühere Werke lesen sich m.E. einfacher. Beim Gantenbein muss man sich in der Tat in den Text richtiggehend ‚reinbeissen, den Text immer wieder aus verschiedenen Perspektiven durchgehen, die einzelnen Schichten abtragen, ehe man zum Kern gelangt. Glaubt man ihn gefunden zu haben, zerrinnt uns die die Erkenntnis wieder zwischen den Zeilen, dies ganz im Sinne Frischs: „ich probiere Geschichten an wie Kleider!“

    Ich lese immer wieder Montauk, dieses schlichte Büchlein über ein Wochenende mit Lynn, seiner damaligen Liebe. Doch geht es weit über das gemeinsame Wochenende hinaus: gleichzeitig ist es ein Lebensbericht, schonungslos gegenüber sich selbst, illusionslos, präzis erzählt, unglaublich dicht in der Atmosphäre.

    Ich wünsche Dir weiterhin gute Lektüre und bin gespannt, was Du dann und wann darüber berichten wirst. Liebe Grüsse, Peter

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