Liebessehnsucht vs. Ego/Narzißmus

Liebe, Liebessehnsucht ist der romantische Ausdruck, der gegenteilige Ausdruck ist möglicherweise eine Beschreibung aus anderer Sicht.

Wo ist der Unterschied?

Ein Mensch, in Beziehung, der sich nach Liebe und Nähe sehnt und sie sich in einer Affäre holt, ist dieser ein Egoist/Narzißt oder was auch immer? Mannwerdung schreibt von Don-Juan-Syndrom. Danach könnte jeder, der sich verliebt als unfertiger und unreifer Mensch gelten.

Moral und Anstand, die Sicht der Gesellschaft erwarten, diese Gefühlswallungen im Griff zu haben, sie beiseite zu schieben, zumindest aber zurückhaltend damit umzugehen.

Dennoch, besteht ein Anspruch auf das (Aus-)Leben der Gefühle? Ohne Konsequenzen zu ziehen? Weil vielleicht der andere Mensch in der Beziehung geschützt werden soll? Kann ja sein, durch die eine Affäre lebt sich die Beziehung wieder besser, die Beziehung wird sogar wieder erfrischt. Pragmatismus, doppelte Moral oder was auch immer kann das sein?

Philosophen und Moralapostel streiten seit Jahrhunderten darüber. Woher kommt das Denken? Besitzanspruch? Angst oder was auch immer? Schreibt mal.

Advertisements

6 Antworten zu “Liebessehnsucht vs. Ego/Narzißmus

  1. Guten Morgen Notos,
    ich glaube dieses Denken resultiert aus einer gewissen Angst,
    der Angst nicht zu genügen, der Angst vor Verlust des Partners.
    In unserer Gesellschaft werden Verbindungen aus Liebe eingegangen und der „ewigen Liebe“ ein m.E. zu großer Wert gegeben.
    „Ewig“ kann ganz schön lang sein, wenn man mal die heutige Lebenserwartung berücksichtigt. Früher, als man sich aus anderen Gründen, zu.B. Erhaltung, Vermehrung des Besitzes, zusammengetan hat, da hatte die Liebe einen anderen Stellenwert.

    Außerdem glaube ich , dass sich verlieben etwas ganz Normales ist, diese Fähigkeit ist in uns und gehört zu unserem Leben dazu, so wie atmen, schlafen usw.
    Jeder muß für sich einen Weg finden, wie er damit umgeht.
    Es gibt Liebesbeziehungen, die sind so tief in uns verwurzelt, die überdauern Jahrzehnte, obwohl sie sich nicht in der Realität in einer Partnerschaft erfüllen. Dennoch sind sie immer da und es ist dennoch möglich parallel eine erfüllte Partnerschaft zu führen.

    Ich verstehe nicht, was daran moralisch verwerflich sein soll. Aber meine Moral geht nicht immer konform mit der Allgemeinmoral
    Grüßle
    sk

    • Guten Morgen Sweetkoffie,
      Gute Worte, danke, machen wir uns nichts vor, es geht um „Betrug“. Ein deutliches Wort, hart und unbeugbar. Damit einher geht die Schuld und die Verantwortung und eine mögliche Strafe, die existenziell werden kann. Letzlich sind es doch Kastrationsängste, um mit Freuds Worten zu reden. Ich finde deinen Ansatz gut, gut zu hören, gerade weil er die Allgemeinmoral nicht repräsentiert. Ich fühle mich im übrigen erpressbar, wegen des Existenzdingends.
      Grüße
      notos

  2. Lieber Notos,
    ja, es geht um Betrug, nämlich um Selbstbetrug!
    Wenn ich mich verliebe, jedoch verheiratet bin, dann kann ich dieses Verliebtsein unterdrücken, wegdrücken, dann betrüge ich mich selbst, weil ich es nicht wahrhaben will/darf. Ein Gefühl entsteht in mir doch nicht ohne Grund, denn da ist ein anderer Mensch, der in mir eine Seite zum klingen bringt, die mein (Ehe)partner in der Form wohl gerade nicht berührt.p, die aber dennoch ihre Daseinsberechtigung hat, sonst würde ich das ja nicht spüren.

    Wenn Du Dich erpressbar fühlst, dann greifen m.E. ganz andere Mechanismen, die, wie Du schreibst mit Existenzangst, der Angst vor Verlust, zu tun haben, das mag wohl sein.

    Ich denke, man kann sich das VErlieben auch abtrainieren. Dann ist sicher Vieles einfacher.
    Aber bedeutet das nicht auch einen großen Verlaust für die eigene Lebensfreude?

    SK

    • so habe ich das mit dem Betrug noch nicht gesehen, liebe Sweetkoffie, weil ich immer im Außen war. Stimmt, Selbstbetrug. Die Moral sagt, dann wenigstens die Konsequenzen ziehen. Nicht nur die Moral, auch die Menschen sagen das. Wenn ich aber keine Konsequenzen ziehen will, sondern für entschieden habe, alles ist gut so?

  3. Dann ist es auch gut so! Denn jeder trägt die Verantwortung für sein Tun oder Nichtun ganz alleine. Wenn das für Dich so richitg ist, dann ist es doch ok.
    Mit zunehmendem Alter habe ich erkann, wie unerheblich es doch ist, was „die Menschen “ von mir denken und erwarten.

    Vielmehr hinterfage ich, was ich von mir erwarte, was ich fühle und ersehne.
    Ich will authentisch sein und mich selbst spüren.

    Komisch, seitdem ich das mache, geht es mir VIEL besser als früher. Auch die, die mit mir das Leben teilen, spürenmeine Zufriedenheit und gute Laune, und das wiederum färbt auf sie ab, auch wenn die anderen manches anders sehen.

    Aber so ist es nun mal, der eine liebt Vollmich, der andere Traube-Nuss
    😛

  4. Dazu – im weitesten Sinne passend – dies:

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s