„Im Garten des Vaters“

Ersteinmal wünsche ich allen ein frohes, neues Jahr. Plötzlich ist wieder das nächste Jahr angebrochen. Der Wechsel geht irgendwie immer schneller vonstatten. Na ja, lassen wir diese Platitüden.

Gerade las ich ein Buch aus, von dem ich berichten will. „Im Garten des Vater“ von Jan Siebelink. Die Story beschreibt die Lebensgeschichte eines Holländers, der in einfachen Verhältnissen aufgewachsen ist und in die Hände von religiösen Fanatikern, Sektiern, gerät. Auch eine schöne Frau, mit der er sich seinen Lebenstraum erfüllt und eine Gärtnerei eröffnet, bewahren ihn nicht vor dieser Heimsuchung. Eine strengcalvinistische Bruderschaft, die sein Leben mit Höllendrohungen und Unterwerfung zur wirklichen Hölle machen. Selbst am Totenbett veranstalten sie ein Szenario, das unter die Haut geht.

Die Frau von Hans hält zeit seines Lebens zu ihm, obwohl sie leidet.

Spannend ist eben der Bogen vom strengen Vater zu den strengen Brüdern. Hans scheint das Strenge mit Liebe zu verwechseln oder zu hoffen, dass hinter dem Schweren, doch noch die Liebe und die Erlösung wartet.

Ich bin nun nicht in der Weise erzogen worden, aber ich kann gelegentlich gut das drohende und präsente Bestrafende, für Hans ist es Gott, nachvollziehen. Geschieht etwas denke ich, das ist die Strafe, dass es mir gutgegangen ist oder ich es mir habe zu gut gehen lassen. Wie doch dieses permant Anwesende der latent zu erwartenden Bestrafung in mir ist, gruselig. Das Buch sprach mich von dieser emotionalen Seite sehr an. Zumal mir klar wird, wie präsent in uns allen dieser religiöse Wahn vorhanden ist, ohne dass er uns bewusst ist. All das ist nicht lebensbejahend, sondern macht das Leben nur schwer, wo es doch das Leben schön machen soll. Wie die Religionen die Menschen doch unter die Knute setzen.

Das Buch ging mir sehr unter die Haut. Insbesondere das Ende brachte mich an den Rand dessen, was ich vertrage. An Einschlafen war nicht zu denken, weil meine Kopfmaschine  angeschmissen, nach Parallelen zu meinem Leben suchte. Die gibt es, wenn auch nicht in der Religiosität.

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2 Antworten zu “„Im Garten des Vaters“

  1. Frohes neues Jahr!!!

  2. Ja, von mir auch erstmal ein glückliches, gesundes und rundum gelungenes 2012. Vielleicht magst du ein wenig weniger grübeln und logisch ergründen, vielleicht mehr spüren was ist, anstatt zu grübeln warum es ist. Was uns mitgegeben wurde, ist unser Päckchen. Es enthält gute und schlechte Teile. Manchmal hilft es uns, manchmal schützt es uns, manchmal bringt es uns in Gefahr und manchmal foltert es uns. Unsere Eltern sind eben genauswenig perfekt wie wir es sind und unsere Kinder es sein werden. Dafür bleibt es spannend. Ganz liebe Grüße

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