Die Folgen seelischer und körperlicher Misshandlung

„Ein Klapps hat noch niemandem geschadet“, heisst es im Volksmund. Wirklich nicht? Bei einem Klapps, dieser verniedlichenden Form von Prügel, wird es nicht bleiben und geblieben sein. Diese verniedlichende Formulierung wird vermutlich wird verwendet zur Abmilderung. Ein Bewusstsein für das Absonderliche muss zumindest vorhanden, sonst käme es nicht zu der Umschreibung.

Dann andere Formen von Misshandlung, subtil, unterschwellig, gesellschaftlich nicht geächtet, strafrechtlich nicht verfolgbar, natürlich ganz zu schweigen von den Fällen, die strafrechtlich verfolgbar sind. Auch und gerade im Zeichen der Religion werden Misshandlungen begangen, im Namen eines Gottes.

Was macht das mit einem hilflosen Kind, das auch noch denkt, der Peiniger (oft die Eltern) handelt richtig und aus Liebe? Das Kind lernt richtige Liebe nicht kennen, leidet Zeit seines Lebens daran, lebt im Irrtum.

So wird der nächste Peiniger oder lebensuntüchtige Mensch erzogen. So, wie Hans im Roman.

Oder was ist mit Wulff? Der aus – wie sagt man – nicht so optimalen und schwierigen Familienhintergründen entwachsen, an die Macht gekommen ist und nun damit zu kämpfen hat, weil, wie es scheint, er mit der Machtfülle nicht umgehen kann. Wer kommt schon aus optimalen Familienverhältnissen? Kann dies eine Rechtfertigung sein, dann liefen überall Schufte herum und würden sich ungeniert so aufführen.

Über Wulff und sein Verhalten und seine Wahrnehmung des höchsten deutschen Amtes möchte ich nicht richten und werten. Ich will hervorheben, etwas über seine Familiengeschichte gelesen zu haben. Dort ging es um den Bogen zu jetzt und die Frage, ob er heute in seinem Amt all die damaligen Entbehrungen kompensiert und ob das nicht allzu menschlich ist, aber nicht zum Amt passt. Wenn dem so ist, frage ich mich, wie er dorthin kommen konnte, in dieses so hohe Amt? Selektiert das System nicht eigentlich die Besten? Was sind die Besten? Die, die sich am besten verstellen können? Sind die Besten auch gleichzeitig die Guten? Wie findet man heraus, ob jemand mit dem Amt umgehen kann und nicht wieder in das Kindliche zurückfällt? Wird jemand in diesem Amt – trotz seiner vermeintlichen Labilität und Anfälligkeit – den Verlockungen widerstehen können, die zweifelsohne auf ihn lauern?

Gewisserweise macht mir das Angst. Immerhin sollte man den Politikern vertrauen können und hoffen, keinen „Hans“ vor sich zu haben, der sich von „schwarzen und zwielichtigen Brüdern“ verführen lässt.

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Eine Antwort zu “Die Folgen seelischer und körperlicher Misshandlung

  1. Tja, ein heißes Thema … ich finde, niemand kann sich , wenn er erwachsen ist, an seiner schlechten Kindheit hochziehen. Schließlich haben wir unseren Verstand und der sollte uns ganz genau sagen, was geht und wasd nicht.
    Ich fürchte allerdings, dass Menschen, wenn sie einmal bestimmte Grenzen überschritten haben, eher bereit sind dies immer wieder zu tun. Die Hemmschwelle sinkt scheinbar, das Gewissen tritt immer weiter in den Hintergrund.

    Meiner Meinung nach sollte jemand, der sich für das Amt des Bundespräsidenten bewirbt, darüber im Klaren sein, dass er ein ganz exponierte Stellung in „seinem “ Volk einnimmt und stets mit gutem Beispiel voran gehen sollte. Dies sollte m.E. für alle Politker gelten.
    Leider müssen wir tagtäglich erfahren, dass Werte wie:
    Ehrlichkeit, Moral, Gewissen etc. gerade mal gar nicht en Vogue sind.

    Ja, das macht mir auch Angst, was leben wir unseren Kindern vor?

    Herzliche Grüße und ein richtig tolles Jahr 2012
    sweetkoffie

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