Leer vom Meer

Das Wochenende schaffte mich. Heute bin ich lustlos und leer, lasse sacken, verfluche die Kälte. Nix mit spannenden Liebesgedanken und -worten. Glücklicherweise beginnt meine Arbeitswoche erst morgen, heute kann ich noch durchhängen. Gegen Abend werde ich mich an das Bearbeiten meiner Fotos machen.

An diesem Wochenende lernte ich ein paar sehr interessanter Leute kennen, die ich eigentlich schon früher hätte kennenlernen können, wozu es aber nie gekommen ist. Ich werde den Kontakt auf jeden Fall wieder aufnehmen.

Nicht eigentlich depressiv oder melancholisch, nein, so nicht. Wie nennt man so einen Zustand? Erschöpft. In einer größeren Gruppe verliere ich mich ein Stück, gebe etwas hin, bekomme auch sicherlich etwas zurück, nur der gewohnte Rhytmus wird durchbrochen, setzt sich nach so kurzer noch nicht wieder zu einem neuen zusammen. Davon wird sicherlich etwas bleiben. Mal sehen, was das sein wird.

Ganz sicher verschafft mir der Einblick in andere einen Ausblick auf etwas, was hätte sein können. Ich habe Menschen kennengelernt, die beruflich etwas ganz anderes machen, als ich, was ich insgeheim vielleicht auch gern machen würde. Vielleicht kommt daher meine Betroffenheit. Ja, ich wurde mit mir konfrontiert, und meinen tiefen Sehnsüchten. Erschreckend, meine Begrenzungen.  Brauche ich diese Träumereien nur für die Aufhübschung des tristen Alltags? Wirklich ändern? Fehlanzeige.

Tatsächlich „brauche“ ich die Unkompliziertheit von Frau Notos, ihre Klarheit und den positiven Realismus. Warum habe ich das nicht? Ich fühle mich gerade sehr abhängig.

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6 Antworten zu “Leer vom Meer

  1. Hallo Notos,
    das Gefühl der Abhängig keit finde ich schade. Sollte es nicht eigentlich so sein, dass man sich durch die Andersartigkeit des Partners gegenseitig „befruchtet“ und davon profitiert?

    Diese leicht pessimistischen Gedanken, die du anschneidest, die spüre ich auch gerade in meinem Umfeld. Irgendwie vermute ich, das hängt auch mit dem Wetter zusammen.
    Wenn die Temperaturen mal wieder im 2stelligen Plusbereich sind und die Sonne scheint, dann kommen auch unsere Hormone wieder in Schwung und die Liebesgedanken mach Saltos 😉

    Genieße deinen freien Tag
    herzliche Grüße
    SK

  2. Herzlichen Dank für die aufmunternden Worte, sweetkoffie.
    Diese Zustandsbeschreibung ist unvollkommen. Oft erscheint mir dieser Eindruck, sobald wir zusammen sind. Mir geht es anders, ich fühle mich authentischer, wenn ich allein unterwegs bin.

  3. Guck mal, Herr Notos, habe ich heute gefunden: „If you take the most frightening thing in the world and invite it in, put your arms around it, and sit still with it, what is left to be frightened by?“ ~ Cheri Huber
    Fundort: http://www.prayhard-liveeasy.com/2012/02/meltdown.html
    Und ich gebe Sweetkoffie recht: Ein Teil der Kraftlosigkeit kommt bestimmt von der klirrenden Kälte und den Winter, der nicht aufhören will…

    • Ein guter Satz, mayarosa. Am Wochenende ging es mir so, ich war mit meinen Ängsten allein, wollte sie nicht wegdrücken, um zu spüren, was es ist. Nur so sah ich einen Weg, damit umzugehen. Bisher war mein Leben sehr in Watte gepackt, angstvermeidend, lebensvermeidend, jetzt überholt mich einiges, wie ich mich selbst auch.
      Die Kraftlosigkeit ist einer Neugier gewichen, wie auch der Frost dem Tauwetter. Tauwetter allenthalben…

  4. Ich finde Abhängigkeit grundsätzlich nicht schlimm. Es klingt nur schlimm und hat für viele Selbstverwirklicher einen negativen Beigeschmack. Verbindung, Beziehung, oder noch schöner Verbundenheit – das kommt doch schon viel besser.

    Klarheit, Unkompliziertheit, positiver Realismus. Das macht fast Lust, Frau Notos mal kennenzulernen und ein paar Zeilen von ihr zu lesen.

    Frage: Was braucht sie an dir?

    Herzlichst Castorp

    P.S. Sollte es passieren, dass ich „Fotos“ statt „Notos“ schreibe, dass hat das mit dem Korrekturprogramm auf meinem Laptop zu tun…..

    • Frau Notos braucht meine Verlässlichkeit und Sicherheit. Lach‘ nicht, es ist so. Sie hat ihre Einstellung zu den Dingen, die ich derzeit entdecke, neu entdecke und mich oftmals sehr wundere.
      Herzlichst
      Notos

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