Wandel oder Revolution?

Seit etwa 2 Monaten wandelt sich mein Leben, nicht im Äußeren, für andere vielleicht nicht sichtbar, aber doch sehr deutlich spürbar. Die Offenbarung hinterlässt Spuren und zeichnet vielleicht noch kein Bild der Zukunft, lässt jedoch unumwunden erkennen, ein Abschnitt geht zu Ende. Für das vieltraktierte Untergangsjahr 2012 recht passend, es ist kein Ende, sondern ein Neubeginn.

Die Jahre der Kleinkinder ist nicht mehr, eben sah ich eine Frau im Auto, jung, mit Kindern auf der Rücksitzbank, da fiel es mir auf. Das war mal, das hatten wir mal, Frau Notos und ich. Sie kümmerte sich um die Kinder, über viele Jahre, ich kümmerte mich um das Geldverdienen. Jeder machte seinen Job. Wobei ich den ihren als sehr schwierig und anstrengend ansah. Dennoch neidete ich ihr die Zeit und die Stellung zu Hause. Dort war und ist ein Ort der Sicherheit und irgendwie auch der Freude, an dem ich weniger teilhaben haben durfte, als sie. Das Zuhause verkörperte manchmal Stress und Verdruss, aber tief in meinem Innern gab es mir Kraft und Sicherheit, alle zusammen, Frau Notos, die Kinder, das Haus, das Heim. So richtig dort war ich vielleicht nicht, wie es mir gerade neulich noch auffiel. Ich war mittags zu Hause, die Mädels waren da, Schulschluss, wir aßen zu Mittag. Ich erlebte meine Frau und meine Töchter in einer Art, wie ich es abends nie erlebte. Gelöst, fröhlich, lebendig, glücklich.

So ist das immer, nur ich nehme selten Teil. Ich bin da, aber nur schattenhaft. Frau Notos sieht das anders, ich nicht. Ich spüre, wie ich dazugehören will. Die Kinder werden größer, erwachsen, von denen kann ich da nichts erwarten. Geht gar nicht, aber von meiner Frau, die so in ihrer Art toll ist. Mit mir sicherlich ihre Probleme hat, und ich auch, weil ich nicht richtig an sie herankomme. Abends ist sie müde, verständlich, reden geht nicht.

Die Einsicht um das Ende der Kinderjahre ereilte mich beim Anblick dieser Frau mit ihren Kindern völlig unverhofft, es überrannte mich unvorbereitet, mit voller Wucht. Nun ist mir klar, wie glücklich ich war. Was kommt nun? Weil, klar ist, diese Zeiten sind unwiderbringlich vorbei. Ich habe sie genossen. Sehr, so sehr, dass mir gerade die Tränen kommen.

In mir drin war eine Einsicht, die das lange wusste, vor dieser Begegnung auf der Straße. Diese Einsicht dachte weiter, schneller, fürsorglicher, weil es weitergehen muss, weil der Weg bereitet werden muss, bevor es meinem Kopf rattert und es mir bewusst wird.

Und da taucht plötzlich die Freundin von Herrn Notos auf, mit der kann er stundenlang reden. Schon ist das Dilemma perfekt. Herr Notos wartet noch immer auf etwas von Frau Notos, was er irgendwie mit seiner Freundin haben kann. Frau Notos erfährt davon, jeder weiss voneinander und… der Riesenknall bleibt aus. Man redet. Dabei erfahre ich bruchstückhaft von den Wünschen meiner Frau, vielleicht auch gern Zeit mit einem anderen Mann zu verbringen, der so ganz anders ist, als ich.

Da beginnen nun die Kompliziertheiten. Herr Notos maßt sich eine Freundin an, beim Wissen um einen gewissen Freund der Frau Notos zuckt er kleinkindartig zusammen und eine panikartige Angst schwillt in seiner Brust zu einem Höllenfeuer an, das den eiskalten Winterwind zu einem lauen Golfstromhauch werden lässt.

Hierzu fällt mir überaus passesnd der Blog von Mannwerdung ein, den ich an dieser Stelle und mit dem Artikel zitieren möchte. Es muss doch mal aufhören und weitergehen.

Die Zeiten sind komisch. Was kann ich tun? Nix. Erstmal nur anschauen und wirken lassen.

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7 Antworten zu “Wandel oder Revolution?

  1. ich denke, man könnte sehr vieles mehr miteinander, voneinander haben, als Lebenspaar…wenn man versuchen würde, es wieder dort zu finden, wo es ursprünglich einmal war. denn die außenstehenden personen werden nur deswegen nah, weil man sich selbst ein stück verloren hat.
    dann obliegt der schein, dass diese neuen personen einen gut verstünden, besser als der eigene partner, einem frische und viel aufmerksamkeit zuteil lassen, die man sich ja eigentlich insgeheim von jemanden anderen wünscht. nur das ist alles irgendwie im laufe der zeit des „zusammenlebens“ flöten gegangen. kinder, arbeit, beruf, haushalt, problembewältigungen, terminkoordination und familienorganisation etc..etc…das kostet alles enorm viel kraft und zeit. wie schnell übersieht man sich selbst und den lebensbegleiter. alles wird selbstverständlich, normal, schal und grau. dabei ist es so ja gar nicht. es ist unsere eigene wahrnehmung, die uns im wege steht. man sollte einmal sehen, was man zusammen alles erreicht, geschafft hat. das ist enorm! was für eine leistung…kinderlose paare oder gar singles können das nicht im entferntesten nachvollziehen. und auch, wie schwieig es ist, eine beziehung über jahre aufrecht zu erhalten.
    mit dem „freund“ oder der „freundin“ würde es nach ein paar jahren zusammenlebens ganz sicher genau so sein…man würde irgendwann ernüchtert am selben punkt ankommen.

    das leben kann so kurz sein…wenn man zurückblickt, auf das, was man einmal hatte, so ist es plötzlich wichtig, wunderschön und der verlust schmerzt (so, wie mit den kindern, wenn sie plötzlich aus dem haus sind…).
    durch die distanz kann man plötzlich wieder scharf und klar sehen.
    es gibt keine probleme – es gibt nur lösungen!
    man sollte sich deshalb daran zurück erinnern, was man einst gefühlt und empfunden hatte, als man seinem partner/partnerin über den weg gelaufen ist.
    denn eigentlich ist all das noch da..man muss es nur wieder entdecken – zu zweit und ohne faule kompromisse!

    just my mind, sorry…

    lg u alles gute!

  2. Da kann ich mich Fernesleuchtennochsonah inhaltlich voll naschließen.

    Es ist eine Zeit der Veränderung, der Besinnung auf die eigenen Wünsche,
    des Neubeginns, des Erkennens, auch mein Partner hat geheime Sehnsüchte.
    Die längjährigen Rollen gehen dem ende entgegen.
    Die tägliche Seifenoper hat ihren letzten Akt.
    Aber es ist an der Zeit ein neues Stück in Angriff zunehmen, mit den selben Schauspielern, aber andere Rollen.
    Ich wünsche dir und Frau Notos, dass es eine Liebeskomödie wird, mit unendlichen Folgen.

    SK

  3. den beiden vorrednerInnen ist nichts hinzuzufügen 😉

  4. Das mag ja alles sein, aber manchmal ist eine Liebe eben vorbei, auch nach vielen gemeinsamen Jahren.
    Wie sagte ein Bekannter einmal vor einigen Jahren zu mir, nachdem sich seine Frau von ihm getrennt hatte (sie haben drei gemeinsame Kinder): „Manchmal hat man eben nur einen Vertrag auf Zeit.“

  5. anmerkung:
    …vorausgesetzt: am anfang war magie…!

  6. ja klar, das gibt es auch…geb ich dir recht!

    lg

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