Frau B.

Frau B. ist die Geliebte, die Frau, dich mich so faszinierte, die mich aus der Reserve lockte. Ich schreibe in der unvollendeten Vergangenheitsform, obwohl nichts wirklich vollendet ist. Auch das „B“ hat keine Bewandtnis in Bezug auf Reihenfolge oder tatsächlichen Namensabkürzungen.

Ich möchte gern über B. schreiben, weil ich bislang so nichts wirklich über sie schrieb.

Am wichtigsten ist mir, zu sagen, wie wusste immer und zu jederzeit über meine Gedanken und Absichten Bescheid. Nie machte ihr etwas vor, log sie an, was irgendwelche Versprechungen oder derart anbelangt. Ich wollte meine Frau nicht verlassen, am liebsten wäre es mir, eine Art offener Beziehung hinzubekommen. Ich liebe meine Frau, aber ich liebe auch sie. Ihr war das klar, für sie war das in Ordnung. Nicht ganz natürlich, aber sie ließ sich bewusst auf die Situation ein.

Ich war schlussendlich der jenige, der mit den Angeboten von B. und Frau Notos nicht klarkam, unter dem Druck eingeknickt ist. Sie knickte nicht ein, weil ich mich nicht für sie entschied, sondern weil das Hin und Her so anstrengend wurde.

Ich fühlte mich wohl mit ihr, mit ihr zu reden, ihre Ansichten zu hören, oft impulsiv und unverhüllt. Sie ist sehr klar, keinesfalls übergreifend, grenzüberschreitend. Wir genossen es, miteinander zu sein, zu reden.

Und dann dieser Bruch, den ich als Rettung bezeichne.

Alles hätte gut laufen können, nicht einfach, aber vielleicht doch zunehmend einfacher und leichter. Ich litt darunter, sie nicht einfach zu besuchen und mir das zu nehmen. Leicht ist das Eingeständnis nicht, doch nicht so weit zu sein. Sie meinte, ich würde sie als Bedrohung empfinden, nicht in Bezug auf Frau Notos, sondern in Bezug auf mein Denken. Mag gut sein.

B. und ich provozierten einen Streit, um böse aufeinander zu sein, damit es leichter geht. Eine normale Freundschaft funktioniert zwischen uns nicht. Der Streit ist vordergründig.

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7 Antworten zu “Frau B.

  1. Ach, irgendwie ist das so traurig … aber ich kann deine Gedanken nachvollziehen, Notos.
    LG
    SK

    • Ehrlich, sie fehlt mir. Nur zurück ist schwierig. Auch für sie.

      • Würdest du denn alles rückgängig machen wollen?
        Ich finde, wenn man erkennt, dass man einen Fehler gemacht hat, dann sollte man den schon korrigieren.

        Wie du oben schreibst: „ich liebe mene Frau, aber ich liebe auch sie“… das ist nicht so einfach, aber das gibt es. Aus eigener Erfahrung, als die Andere, weiß ich, in welche Gefühlskonflikte jemand da kommen kann.
        Ich habe das nicht ertragen, zu sehen wie er sich quälte. Ich mußte diese Affaire beenden. Vergessen werde ich ihn NIE, er wird immer ein Stück meines Herzens besitzen und umgekehrt ich auch ein Stück seines Herzens. Das macht mich gleichzeitig traurig und glücklich.

        Ach, Notos, warum ist manchmal alles so kompliziert?

        • Ja, sweetkoffie, warum ist das alles manchmal so kompliziert? Auf der anderen Seite bin ich dankbar, das so zu erfahren. Die Gefühle von B., die Reaktion meiner Frau, die Art und Weise, wie wir miteinander umgehen.
          Die Frage mit dem Rückgängigmachen stelle ich mir ebenfalls. Für eine Antwort ist es zu früh. Eine Lösung wäre es nicht, außer, ich kann sagen, ich lebe diese offene Beziehung. Dieser Gedanke ist jedoch sehr einseitig. Natürlich hat Frau B. auch ein Wörtchen mitzureden. Immerhin bedeutet das ein heftiges Hin- und Her. Aber dazu müsste ich wirklich sagen, ich bin entschlossen. Das bin ich noch nicht.
          Gedanken mache ich mir über diese Gefühle, die im letzten Jahr da waren. Wo bleibt das alles? Ungelebt im großen Sack?
          Bist du „drüber hinweg“?

          • Bin ich drüber hinweg? gute Frage … ja, das bin ich.
            Ich habe die Dinge auf einmal klar und deutlich vor mir gesehen.
            Wußte plötzlich was ich wollte und was ich auf gar keinen Fall sein will.

            Diese Gedanken habe ich in Worte gefasst “ ich spiele nicht die zweíte Geige“ (zu lesen unter „ungereimtes“)

            Nun habe ich eine zauberhafte Erinnerung, die durch keinen Alltag zerstört werden konnte.

            Außerdem spürte ich auf einmal, dass ich mich auch wieder verlieben kann. Ist das Nichts?? 🙂

            Das eine Buch ist ausgelesen, nun habe ich ein neues aufgeschlagen, eine vollkommen andere, aber nicht weniger spannende Geschichte.

  2. Schwierig es ganz nachzuvollziehen … aber sehr ehrlich.
    Meine, ähnliche und doch etwas anders gelagerte Situation, lässt mich fühlen, wie es in Dir aussehen mag.
    Würde dich jetzt gerne als Freund umarmen …

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