Der Schmerz setzt ein

So, als verletzte ich mich körperlich, setzt der akute Schmerz langsam, aber nachhaltig ein. Mit abnehmendem Schock setzt der Schmerz ein. Der Schock ist der ablösende Moment, der Schwung, sich zu lösen, über eine konstruierte Wut gesteuert. Der Adrenalinspiegel sinkt, die Impulse gelangen wieder zum Gehirn. Mein Fluchtreflex brachte mich ausser Reichweite. Aber jetzt: Warum habe ich das getan? Gelingt mir eine Partnerschaft nur dann, wenn mir die Partnerin nicht zu nahe kommt? Fragen stellen sich ein. Ein Mangelgefühl setzt ein. Wo sind all die guten Vorsätze und Errungenschaften und Träume geblieben? All das, worum ich so lange mit ihr kämpfte? Warum gebe ich es preis?

Alles begann recht verhalten, zufällig, ungewollt und ungesteuert. So oft schob ich es weg, bis dann plötzlich etwas entstand. Ein Traum, eine Vorstellung, ein Modell. Vieles passte, emotional, wir konnten reden, sexuell, wir hatten viele Reizpunkte, die wir auslebten, in Streits und Diskussionen. Aufgegeben, für etwas anderes, das ich so lange in Frage stellte.

Mir bleibt nur zu schauen, was kommt und darauf zu vertrauen, das Richtige zu tun. Aber ich vertraue nicht wirklich darauf, weil ich auch oft das Unrichtige tue, auch aus unlauteren Motiven, wie Angst und Bequemlichkeit.

 

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14 Antworten zu “Der Schmerz setzt ein

  1. Hallo Notos,
    Du fragst, „Gelingt mir eine Partnerschaft nur dann, wenn mir die Partnerin nicht zu nahe kommt?“. Viele und Männer haben Schwierigkeiten mit Nähe. Hat mit der Ablösung von der „überumsorgenden“ Mutter zu tun. Ist dir wahrscheinlich nicht neu.
    Indiskrete Frage: Nachdem Du Sex mit einer Frau hattest, würdest Du Dich am liebsten umdrehen und sanft und entspannt einschlafen? Liebst Du diesen sehr nahen entspannten Moment, oder ist er dir unangenehm? Wenn Du die Nähe nach einem sexuellen Höhenflug magst, hast Du kein Problem mit Nähe, dann ist es etwas anderes.
    Und dann noch etwas. Dein Satz „… weil ich auch oft das Unrichtige tue …“ hört sich so an, als ob Du nicht zu dem stehst, was Du tust. Das Thema ist nicht neu bei Dir und ich schreibe nichts Neues, wenn ich schreibe, dass Du ein toller Mann bist und das wirklich nicht viel fehlt, damit Du erkennst, dass Du Dich selbst so annehmen kannst, wie Du bist. Sei sanft mit Dir, liebe Dich!
    Ach und Angst wäre nicht unlauter. Angst ist ein „schlechter Berater“. Du wirst lernen mit Deiner Angst umzugehen. Vor was könntest Du Angst haben?

    Liebe Grüße
    Nouniouce

  2. Hallo Nouniouce,
    „danach“ auf keinen Fall einschlafen und weglaufen. Keinesfalls, weil, es wäre zu schade, weil erst dann kann ich am besten auf die Partnerin eingehen und die entspannte Nähe genießen. Aber im normalen Leben kann ich das nicht leben, weil ich nicht allein der Bestimmer über die Zeit und die Umstände bin.
    Angst ist ein schlechter Berater. Aber sie bestimmt. Angst habe ich vor den existentiellen Fragen, Frau Notos zu verlieren. (ja, auch wegen der Sicherheit).
    Die Frage ist blöderweise nicht die der Entscheidung gewesen. Sondern ich konnte nicht annehmen, was mir von beiden Frauen angeboten wurde. Dazu gehört auch das Wissen um den Wunsch von Frau Notos, ihrer gelegentlichen Wege zu gehen, das auszuhalten. Der konstatierte Zustand lässt sich im Grunde nicht halten. Ich schrecke auf, will in selige, schmerzlose, leblose Zeiten zurück, nur ein Zurück gibt es nicht.
    Liebe Grüße
    Notos

    • Hallo Notos,
      ich dachte mir, dass Du die Nähe „danach“ nicht nur aushältst sondern sogar genießt. Für mich ist es der Moment allergrößter Nähe und Intimität.
      Ich verstehe schon, dass die Dinge im Alltag etwas anders aussehen. Und wenn es gilt, sich nicht nur mit einer Partnerin, sondern mit zweien abzustimmen ist viel Kommunikation gefragt und ein „in sich selbst ruhen“.
      Ich vermute, dass Frau Notos Dich sehr liebt, sonst hätte sie Dich doch schon längst zum Teufel gejagt.Vertraue auf diese Liebe und öffne Dein Herz. Das Liebesband wird halten.
      Gruß Nouniouce

      • Hallo Notos,
        dieses „danach“ war ein fast unbetretenes Land voller Verheissungen und gefühlsmäßiger Aufgelöstheit. Dieses Land erschien mir riesig und verheissungsvoll, so, als ich hätte ich ein Leben lang die Meere erkundet und es nun endlich entdeckt. Die Vorstellung, es jemals wieder zu verlassen, unvorstellbar. Die Eroberungskämpfe tobten sehr lange und erbittlich. Dann, dennoch bestieg ich mein Schiff und segelte wieder in die Heimat. Was für ein Durcheinander, dabei segelte ich ohne äußere Not ab, kein Sturm kündigte sich, der einen vorzeitigen Aufbruch unablässig gemacht hätte.
        Gruß
        Notos

  3. Hallo Notos,
    die letzten Posts (Frau B. ff.) gingen mir bisschen doll an die seelische Substanz. Viel paralleles. Nur mit dem klitzekleinen Unterschied, dass weder meine Frau, noch meine Frau B. davon weiß. Letztere habe ich vor einem knappen Jahr das letzte mal besucht (rein freudschaftlich-kollegial versteht sich, Käffchen trinken, da ich „zufällig“ gerade in der Nähe war), das letzte mal vor einem Monat geemailt, Antwort auf ihre Nachricht, Inhalts: „ich kann jetzt nicht so recht, ich meld mich später“. Niemand weiß davon. Ich weiß auch selbst nicht, ob ich das in meinem eigenen Blog thematisieren sollte (meine Kinder kennen und lesen das Zeugs manchmal). Und meine Seele fühlt sich irgendwo eingeklemmt an. Gruß Jurek

  4. Warum? Ehrlich, ich weiß es nicht genau. War einfach so.
    Kontakt? Ich könnte Frau B. anrufen, ich könnte ihr eine nette email schreiben, ich könnte sie spontan besuchen und bin sicher, ein willkommener Freund zu sein. Ich meide sie. Dumm von mir. Selbstschutz?
    Ich überlege, ob ich einen halböffentlichen Blog mit dem Thema „Herr P versteht nix von der Liebe“ einrichte. Gruß Jurek

  5. Ob du nix von Liebe verstehst, kann ich nicht beurteilen, aber ich bezweifele das mal. Immerhin hast du eine Familie. Von daher solltest du dein Licht nicht unter den Scheffel stellen. Aber du weisst, was du von Frau B. willst?

  6. Was will ich von Frau B? Ich möchte, dass sie ein Freund ist, geschlechtslos, kameradschaftlich, so etwa. So etwa ist auch die Wirklichkeit, die aber leider nicht funktioniert. Denn ich will sie lieben (sagt man das so?), schmerzhaft. Das aber ist verboten. Frau B. könnte mir die Freundschaft kündigen, erführe sie davon. Mein Weib ist psychisch angeschlagen und doll eifersüchtig, da mag ich mir die Konsequenzen gar nicht ausmalen.
    Nebenbei, ich habe in meinem Blog einen Parallelblog obigen Titels eingerichtet. Möglicherweise ist es ja heilsam, darüber zu schreiben.
    Gruß JurekP

  7. Vielen Dank für dein Vertrauen, hier zu schreiben. Frau B. weiss nichts von deinen Gefühlen und Wünschen? Wie soll das dann gehen? Stelle ich mir nicht so leicht vor.
    Interessant, der Wunsch nach Liebe neben der eigentlich Beziehung oder Ehe. Ich würde wirklich gern mal wissen, wieviel Ehen mit dieser Thematik zu tun haben, wieviele Menschen sich mit ihren unerfüllten Sehnsüchten quälen. Und was dieser Schmerz für Auswirkungen hat. Wäre es nicht besser für die Menschen, die Moralvorstellungen zu lockern?
    Den Hinweis auf deinen neuen Blog verstehe ich nicht. Wie ist der Link?

    • Da gehts nicht drauf, weil eine Anmeldung verlangt wird.

      • Tut mir leid, aber anders gehts nicht. Ich habe ja beschieben, dass ich diesen Teil meiner Selbstentblößung nur halböffentlich gestalten möchte. Weil der Feind sonst mitliest. Interessant, nicht wahr? Der Feind, das ist die Familie. Fremde dürfen. Krank.
        Gruß JurekP

        • Komme ich drauf, wenn ich darf?
          Der Feind ist der Familie – damit meinst du einen Teil von dir, den Teil, der dieses Geheimnis nicht erfahren darf? Sind sie deshalb dein Feind, oder möchtest du dich nur nicht offenbaren, was ich verstehen kann?

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