Meine Fantasie schlägt Kapriolen

Die Nacht war um 6 Uhr für mich zu Ende. An einem Samstag. Neun Uhr muss da locker drin als Ausschlaf-Schlaf. Nein, 6 Uhr unerbittlich. Fiese Träume holten mich aus meiner süßen Ohnmacht, Schlaf genannt. Meine Fantasie arbeitet auch nachts und projezierte mir die fiesesten Bilder an die geistige Leinwand, die ich mir vorstellen kann: Frau Notos kommt gerade nach wunderbarer Nacht mit ihrem Lover nach Hause oder in ein Zimmer und lassen das Wunderbare angemessen ausklingen, sitzen mittlerweile gerade in Slip und weissem T-Shirt beim Frühstück mit Sekt und Küsschen und strubbeligen Haaren. Ich gebe zu, WhatsApp als Weg zu ihr benutzt zu haben, mitterweile, aber keine Antwort ist auch eine Antwort und befeuert meine negativen Gedanken noch mehr. Okay, unser Agreement bei Verreistsein ist, nicht ständig hinterherzutelefonieren. Ein Notfall ist was anderes. Nein, es kein Notfall, es ist meine Fantasie, ich will sie damit nicht behelligen.

Oder handelt es ich bei diesem Kopfkino um Projektion meiner Taten zur Verarbeitungen meiner Ängste, in dem ich den ganzen Kram auf meine Frau schiebe?

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10 Antworten zu “Meine Fantasie schlägt Kapriolen

  1. Wie sind denn du und Frau Notos inzwischen verblieben. Habt ihr jetzt die „offene Beziehung“ vereinbart? Oder seid ihr übereingekommen, dass ihr keine ausserehelichen Beziehungen führt? Oder dass ihr welche habt, aber ihr hängt das nicht an die grosse Glocke?

  2. Hallo Notos,
    ja ich schätze, es ist Dein Kopfkino. Es geht vielen so, dass sie von sich auf andere schließen und ihre eigenes „Sein“ projizieren. Wenn Du Dich und das was Du tust annimmst und nicht selbst verurteilst, dann wirst Du diese „schlimmen“ Fantasien auch wieder los und lernst zu vertrauen. Dir selbst und Deinen nächsten, Frau Notos, und allen anderen.
    Es ist vielleicht Dein Thema, es zieht sich für mich, wie ein roter Faden durch viele Deiner Einträge: Selbstliebe.
    Ich wünsche Dir einen schönen Start in die Woche.
    Liebe Grüße
    Nouniouce

    • Ja, ist wohl so. Kannste mir mal ’nen Sack abgeben? Wobei, eigentlich gehts mir ganz gut damit, nur in manchen schwachen Momenten könnte ich einen Sack voll gebrauchen. Und gerade in den schwachen Momenten macht sich das bemerkbar, weil sich alte Mechanismen einschleichen. Etwas klappt nicht, ich bin unzufrieden, oder ängstlich. Dafür gebe ich mir dann die Schuld, verurteile mich, gebe mir kein Recht zum Glücklichsein, weil ich nicht perfekt bin.
      In starken Momenten ist das leicht.

  3. Du sagst es richtig, Notos. „In starken Momenten ist das leicht.“ Nur… Was ist das für ein Leben, in welchem wir sogar schon in der Liebe stark sein müssen? Sollte es denn nicht gerade die Liebe sein, in welcher wir Schwäche zeigen dürfen? Die Liebe ist doch der letzte Zufluchtsort für genau diese Momente.

    Eine deregulierte Liebe, in welcher wir unsere Partnerinnen und unsere Partnerinnen ihre Partner frei den wechselhaften Bedürfnissen und Konsumlaunen anpassen, bietet den Schutzraum nicht, den du brauchen würdest – den wir letztendlich alle brauchen oder nach dem wir uns alle sehnen.

    Ich finde es gut, wenn Männer zu Gefühlen von Angst und Schwäche stehen können, nicht meinen, sie müssten cool, immer geil, souverän über allem stehen. Darin liegt wahre Grösse. Mögen andere dich für einen sensiblen Schwächling halten. Mach ihnen nicht den Gefallen und übernimm ihre Sicht. Das, was du fühlst, ist völlig normal.

    Der Schlusssatz ist banal, doch er muss gesagt (oder geschrieben) sein. Sprich mit Frau Notos!

    • Ich danke dir für deine stärkenden und unterstützenden Worte. Mein Bauch will einen anderen Weg gehen, als mein Kopf. In der Mitte zerreisst es mich.

      Jahre lang befürchtete ich Nichtangenommensein, nicht gehört zu werden, erst jetzt kommen Reaktionen von Frau Notos. Weil sie natürlich vorwurfsvoll sind und mich in einer vermeintlich schuldigen Position treffen, tut es umso mehr, vielmehr noch, weil ich vor Jahren schon warnte, jedoch wurden meine Worte nicht für ernst genommen.

  4. Oh, so haben wir uns beide deine freie Zeit vermutlich nicht vorgestellt. Schade.

  5. Du, der du über das Wochenende vor dir hattest geschrieben hast und ich, neugierig war, wie es wohl bei dir werden würde.

    • Oha, du bist das. Schön, dass du dich zeigst. Deine Frage drängt sich natürlich auf. Gebe ich zu. Angenommen, es gäbe etwas zu erzählen, da wüsste ich nicht, ob das hier ginge.
      Wie du siehst, reichte es ja so schon.

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