Mein Irrglaube

Mein Glaube, eine offene Beziehung sei eine  Möglichkeit, Ehe und Freundin zu verbinden, lebbar zu machen, verpuffte wie eine Seifenblase im Kaktus, als der Kaktus in die Nähe meiner Seifenblase kam. Die Erkenntnis kam so unvermitttelt, dass ich immer noch wackele.

Frau Notos Träume waren ebenso grundausgelegt, sie aus den Tiefen ihres Moralgefängnisses empor zu holen, dazu war ich auserkoren, ausgerechnet mit der Verwirklichung meiner Träume. Ohne Frau B. gebe es nicht die imposant gewordenen Träume der Frau Notos. Schon irre. Sie will mir weismachen, ohne dass hätte sie es nie betrieben, diesen Mann, den sie vor Monaten kennengelernt hat, wieder zu kontakten. Nun erst, wenn der Alte schon fremdgeht, will ich das auch. Ich habe ihr zudem dieses Lebensmodell vorgelobt, es als lebenswert beworben.

Fein, mag ein jeder denken, nun hat der Notos tatsächlich sein Ziel erreicht, toll. Toll auch, wie Herr und Frau Notos so an einem Strang ziehen. Weit gefehlt, ihr habt die Rechnung ohne meinen Bauch gemacht, der rumort seit Tagen, will das Spiel nicht mitspielen, so gar nicht. Lässt sich auf keine Beruhigung ein. „Lass‘ Frau Notos doch ihren Spaß, ein bisschen Sex und rumvögeln, tut ihr bestimmt mal ganz gut.“ Wenn das so einfach wäre. Rätselte ich noch vor kurzem über Begrenzung und die Frage, ob ich sie spüre, ja, spüre ich, sehr deutlich. Alles in mir geht gegen diesen Gedanken auf die Barrikaden.

„Alter, was willst du?“ Erst selbst rum machen und dann es nicht deiner Frau gönnen? Genau das. Ich habe das Gefühl, Jahre gekämpft zu haben, um sie, um uns. Nun soll ein anders das bekommen? Wahrscheinlich oder ganz sicher. Die Welt scheint gerecht zu sein. Ich holte es mir woanders, spürte, was geht, was mir guttut, nun holt es sich meine Frau womöglich ebenfalls. Nur mit Ansage.

Diese Ansage, das ist der große Unterschied, weil es nach Strafe, wie du mir, so ich dir, klingt. Seit Jahre rede ich, was mir fehlt, ohne Wirkung. Erst, nachdem meine Nebenbeziehung offen wird, bewegt sich etwas.

Verdammt, das ist das Miese, weil ich mich nicht ernst genommen fühlte, in den Zeiten davor, als ich warnte und reden wollte. Dies ist wie ein abgeschuldigt werden, so eine Art Beziehungsscharia. Auch wenn es keiner hier hören mag, für mich ist das ein Unterschied.

Die Zeit mit Frau B. war schön, aber nie leicht, weil ich da schon gelitten habe an meinem schlechten Gewissen.

Ich will wissen, warum ich es ihr nicht einfach zugestehen kann? Die Chance wäre riesengroß, ein Schritt zu machen, weg aus dem Einerlei, aus dem vorwurfsvollen Alltag hin zu einer erfüllten, lebendigen Beziehungswelt. Liegt es nur an meinen Beschränkungen? Die nächsten Posts werde ich weiter suchen, nach Bildern, Beschreibungen, Erklärungen. Das Wochenende war voller Reden und Fragen zwischen Frau Notos und mir. Was sie genau will, habe ich noch nicht herausgefunden, es schwankt zwischen Trennung und Zusammenbleiben. Ich frage mehr, als sie. Diese Art der Kommunikation bringt mich mit dem Rücken zur Wand.

Ich würde mir wünschen, sagen zu können, wir alle brauchen Ruhe und Entspannung. Fahr du zu dem Mann, ich treffe mich mit Frau B. Irgendwann sehen wir, was ist. Davon bin ich meilenweit entfernt.

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Eine Antwort zu “Mein Irrglaube

  1. DU bist DU. Und sich zu erkennen, was geht und was eben nicht, ist ein großer Schritt auf sich zu. Hadere weniger mit dir und nimm dich wie du bist. Und Kommunikation und dass der andere sich öffnet, kannst du nicht einfordern. Den anderen Menschen ändert man nicht, und sich selbst, das eigene ICH auch nicht. Denke ich.

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