Träumen und Realitäten mit Frau B.

Mit Frau B. träumte ich von einer leichten Beziehung, von Beantwortetwerden, von Begehrtwerden, von Begehren dürfen, vom Antwortenbekommen, keinen beschwerlichen Alltag. Sich fühlen dürfen, das teilen können.

Zu Anfang war es ein Angezogensein, unerklärlich, fast unmerklich gewaltiger werdend, ich wehrte mich zu Anfang dagegen, versuchte, die Kontrolle zu behalten.  Vergeblich, sie zog mich magisch an, die Verlockung, Frau B., ich gab auf. Wir schliefen miteinander. Es war so aufregend, ich erinnere mich nicht einmal mehr genau an alle Einzelheiten. Eines weiss ich jedoch noch, es lief nicht, wie erwartet. Daran knappste ich sehr. Mit einer Frau schlafen, einfach so, ohne Gefühl geht bei mir nicht, da muss viel sein an Gefühl und Zuneigung, außerdem gehe ich nicht, ich muss mir sicher sein, hinterher nicht gehen zu müssen. Die Verbindung, die beim Sex entsteht, ist etwas Großartiges, wenn sie gegenseitig erwidert werden kann. Dieses Gemeinsame benötigt eine tiefe Verantwortung, um den Sex, die Öffnung, nicht schmutzig werden zu lassen, ohne gegenseitige Verantwortung und Achtsamkeit kann es peinlich werden, mit ihr war es nicht peinlich. Ich schütze sie, sie schütze mich.

Unser Reden und Miteinander verlief ebenfalls keinesfalls reibungslos. Leichtigkeit stellte ich mir anders vor. Ein ständiges Auf und Ab, ein Streiten, ein wieder Zusammenfinden prägte unsere knappe Zeit. So oft sahen wir uns nicht, aber wir telefonierten und schrieben, stritten, zankten und vertrugen uns. Ein ganz neues Gefühl. Ich bin mir sicher, es passte, es würde passen.

Frau B. sagt, sie liebt mich, sie zeigt es. Ich spüre es ebenfalls. Liebe ich sie? Oder genieße ich ihre Liebe? Die Zeit war nie so leicht, es unbeschwert ausprobieren zu können.

Stattdessen zucke ich davor zurück, eine Entscheidung zu treffen. Gründe sind die Angst vor Trennung, Scheidung, Schulden und auch einem Restzweifel. Frau Notos und ich sind 30 Jahre zusammen. Mal eben so trenne ich mich nicht. Gefühle sind noch da. Zum Bleiben bringt mich der Gedanke „Und wenn ich mich irre?“.

Ein Grund gegen sie liegt auch darin, mich in meinem Hier und Jetzt eingerichtet zu haben. Gehe ich raus, ist mein Leben anders, alle Komfortzonen sind weg. Kann ich das, will ich das?

Der immer unerträglicher werdende Druck ließ mich die Reissleine ziehen. Zu erschöpft bin ich. Ich muss alles sacken lassen. Tatsächlich kam mir erstmals der Gedanke, an mich denken zu müssen, auf mich zu hören, nicht zu kämpfen, sondern meine Seele streicheln, das innere Kind verarzten.

In den letzten Tagen verschwand das Gefühl zu B. fast aus meinem Herzen, stattdessen zog dieser Schmerz Frau Notos betreffend, wieder ein, dieses an ihr kratzen,um sie buhlen, um sie kämpfen. Nicht in der leichten, verliebten Weise, sondern in einer selbstverletzten Weise, weil ich weiss, sie lässt mich zappeln. So muss es bei einer Domina sein, die den Kunden erniedrigt. Irgendwie sowas, ich ringe nach Worten. Auch ohne Worte, es tut mir nicht gut. Frau Notos zu sehen, tut mir nicht gut. Mit mir allein gehts mir besser, oder mit anderen Menschen. Die Gegenwart von Frau Notos hinterlässt Schmerz. Die Gegenwart von Frau B. hinterließ etwas anderes. Sie weinte oft, aber ich konnte das annehmen, auch die Leichtigkeit, trotz oder wegen Zerrissenheit. Mich verwirrt das.

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Eine Antwort zu “Träumen und Realitäten mit Frau B.

  1. jetzt verstehe ich.

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