Spätzünder

Frau Notos scheint spät zu zünden, aber sie zündet,

Ihre Wut und ihre Trauer kommt erst in diesen Tagen raus. Auch nicht in Form von Wut, zumindest nicht in schäumender Wut, sondern in homöopathischer Form.

Es fing damit an, dass sie in der letzten Woche erstmals meinen Blog las und zutiefst erschrocken war, was sie dort fand, auch wenn die Informationen nicht neu waren, mehrfach sprach ich bereits darüber. Über meine Sehnsüchte sprach ich bereits, bevor es Frau B. gab. Offenbar nahm sie es nich wahr oder ernst.

Darüber ärgere ich mich, das Gefühl zu haben, nicht ernst genommen worden zu sein. Einmal sagte ich ihr wortwörtlich: „wenn wir uns nicht trennen wollen, mir aber das Reden und die Romantik fehlt, dann suche ich es mir bei einer anderen Frau.“ Die genaue Antwort weiss ich nicht mehr, eine Empörung oder ein Dagegenhalten war es nicht.

Nun diese Vorhaltungen, die nicht gegen das Fremdgehen gehen, sondern eher dann, ihr nichts davon erzählt zu haben, weil sie auch gern ihrer Wege gehen würde, ich ihr aber durch das Vorenthalten der Wahrheit die Legitimation absprach.

So ist das also, Frau Notos würde auch gern, konnte aber nicht, weil ich ihr keinen Grund gab? Und ich muss nun mit der Situation leben und immer damit rechnen, es kann passieren, wann und wo liegt in ihrem Ermessen?

Jeder wird sich fragen, warum ich mir das antue. Klar, es gibt ein Haus, Kinder und trotz allem eine emotionale Bindung, die nicht so mal eben beiseite gewischt werden können.

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5 Antworten zu “Spätzünder

  1. Nunja, es ist schon eine ganz andere Qualität, wenn ich bestimmte Sachverhalte schwarz auf weiß lese, als wenn Mann mir sie erzählt.
    Mittlerweile bin ich zu der Erkenntnis gekommen, man sollte sich in Beziehungen ruhig öfters die Zeit nehmen und sich auch einmal schreiben, das was man fühlt, was einen bewegt, was man sich wünscht und natürlich auch, was einem am Anderen gut gefällt.

    Ist es nicht irgendwie tragisch, dass die miese Kommunikation einem soviel vermasseln kann und man es eigentlich erst viel zu spät bemerkt?

    Lieber Notos, es bleibt spannend, gell?
    herzliche Grüße
    SK

  2. „Jeder wird sich fragen, warum ich mir das antue. “
    Also, wir sind ja hier ganz unter uns…, nö!

  3. Liebe sweetkoffie, du hast recht, es bleibt spannend. Miese Kommunikation ist ein schwieriges Wort, oder war ich nicht klar genug? Doch, war ich. Sie nahm mich nur nicht ernst. Ganz bestimmt trug sie ihre eigenen unausgesprochenen Wünsche mit sich herum, die sie sich nicht traute, zu äußern. Na gut, als doch Kommunikation mit einem Schuss schlechten Vertrauens und die eigenen Sehnsüchte nicht eingestehend.
    Solange jeder der Partner wirtschaftlich selbständig ist, mag die Selbsterfahrung machbar sein, meine Frau ist das aber nicht.
    Es gilt, einen gemeinsamen Nenner zu finden. Mit dieser ständig latenten Angst kann ich nicht leben.
    Herzliche Grüße
    Notos

    Lieber NixZen,
    hast recht und dabei lasse ich diesen Artikel offen.
    Herzliche Grüße
    Notos

    • „Solange jeder der Partner wirtschaftlich selbständig ist, mag die Selbsterfahrung machbar sein“
      Notos, dieser Satz macht mir ein sehr schlechtes Gefühl.
      Selbsterfahrung hat doch nichts mit wirtschaftlicher Unabhängigkeit zu tun. Umgekehrt würde es doch bedueten, dass man, wenn man vom Partner wirtschaftlich abhängig ist, dasRecht auf eine gewisse Eigenständigkeit verliert, das Recht auf seine eigenen Erfahrungen, Wünsche und Sehnsüchte … verstehe ich dich da richtig?

      Daraus würde ich schließen, dass ich in dem Moment, wo ich mich mit jemandem zusammentue, der das Geld verdient, ich daheim bin, die Kinder erziehe, das Haus in Ordnung halte … das ich dann meine träume, welcher Art auch immer, aufgebe.
      Nee, das kann doch nicht sein, das wäre ja ein Deal:
      ich halte dich am Essen und du stehst mir exclusiv zur Verfügung!

      Irgendwie finde ich diese Gedanken gerade fürchterlich zum Kotzen.
      Denn das wäre , für mich, das Ende jeglicher Liebe und jeglichen Gefühls.

      Was das „ernst nehmen“ betrifft, da denke ich, dass man oft gar nicht so richtig hinhört und sich der Tragweite dessen, was der Partner einem gerade erzählt gar nicht mitbekommt … aus welchen Gründen auch immer … Desinteresse, oder weil man zu sehr mit den eigenen Befindlichkeiten beschäftigt ist.
      Deshalb ist es, wenn, wie in im Falle von Frau Notos, man plötzlich im Blog liest, was der Partner einem einmal gesagt hat, das schon ein rechter Schlag in die Magengrube sein kann.

      Oh Mann, Notos, das Thema ist heiß, es ist mir nicht fremd, obwohl es schon soviele jahre zurückliegt.

      LG
      SK

      • Ich habe bisher so nie gedacht, aber im Grunde sind die Partner in einer Ehe abhängig, sofern Kind und Kegel eine Rolle spielt und der eine der beiden weniger verdient.
        Zieht einer aus, muss die Gemeinschaft mit weniger Geld, als zuvor auskommen, weil plötzlich zwei Haushalte finanziert werden müssen. Das ist doch einfach so.
        Im Grunde sehe ich es anders herum, spielt Geld keine Rolle und der Partner ist mit mir zusammen, dann meint er mich. Ganz sicher. Womit ich nicht sagen will, dass ich Geld habe, aber eben mehr verdiene.

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