Sprachlose Tränen

Die letzten Tage und Wochen waren so überwältigend, mir fehlen die Worte. Die einstürmenden Ereignisse überrannten mich wie eine Riesenwelle. Zunehmendn konnte ich nicht mehr damit umgehen, was da kam. Außerdem will ich nicht so viel schreiben, weil mir die Worte fehlen. Ich bin erschrocken über die Macht der Gefühle, die mich so weit auf das Meer hinausgetragen haben. Ich wollte immer segeln, kann aber nicht schwimmen. Aufgefallen ist mir das Manko viel zu weit draußen.

In meinem ganzen Leben habe ich  noch so viel geweint, wie in den letzten Tagen. Irgendwo an einer Stelle dieses Blogs bezweifelte ich meine Fähigkeit, zu weinen, in der Lage zu sein, dies rauszulassen, die Wut, die Trauer, die Verzweiflung, die Angst. Der Schmerz wird immer großer, je weiter sich die Schleusen öffnen, es trug mich immer weiter. Bis ich eingeschlafen bin. Diese Erfahrung ist für mich neu. Wie fühle ich mich damit? Erschöpft, die Augen brennen, aber sonst? Leichter, erholter, entspannter? Erleichtert vielleicht, dass ich noch ganz empfindungslos und doch nicht so viel aushalten kann, wie gedacht.

Die Anspannung der letzten Wochen und Monate suchte sich seinen Weg. Alles kam auf Mal. Erst dachte ich, ich würde es mir einbilden. Aber dann kam es über mich, ich konnte nicht aufhören, wollte auch nicht. Vor dem Einschlafen schreckte ich in Panik hoch und die Verzweiflung und Angst trieb mir die ersten Tränen in die Augen. Gut, dass es raus ist.

Drei Wochen war ich nicht hier, nicht in meinem Blog, noch auf irgendeinem anderen Blog. Schreiben ging nicht, schon gar nicht hier. Wie sprachlos kam ich mir vor, wollte auch nichts von mir preisgeben.Warum? Um nicht unter Druck zu geraten? Alles was ich geschrieben, wäre von mir geprägt gewesen, hätte nur einen Schluss zugelassen, auch für die Leser, die dies in ihren Kommentaren gespiegelt hätten. Das wollte ich nicht lesen. Ich halte fest, aus purer, bodenloser Angst, aus einer archaischen Angst, die einer Todesangst gleicht (denke ich, wie soll ich das wissen). Ich will mich nicht zusätzlich stoßen und unter Druck setzen.

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4 Antworten zu “Sprachlose Tränen

  1. Gut, dass Deine Gefühle so fließen … ich fühle mit Dir …

  2. Irgendwie war es klar, dass irgendwann doch alles rauswill, was sich aufgestaut hat…….ich drücke Dir die Daumen, dass Du bald wieder das rettende Ufer siehst…. egal ob ein bekanntes oder ein neues….

  3. Ich wollte immer segeln, aber ich kann nicht schwimmen. Was für ein toller Satz dir da gelungen ist! Schreib, Notos! Du kannst immer wieder löschen, was nichts taugt. Du brauchst auch nicht zu veröffentlichen, was du nicht öffentlich haben willst. Aber schreib! Lass deine Gefühle in Worte fliessen, denn so wirst du Herr über sie. Und nicht sie über dich!

  4. guten Morgen Notos,
    ich muss Kollege Castorp da Recht geben wenn er sagt: „schreib!“ Es hilft ungemein seine Gedanken niederzuschreiben, auch wenn man niemanden daran teilhaben lässt. Es ist wie ein Tagebuch zu führen, es befreit die Seele und man gibt es meistens auch niemanden zum Lesen.

    Weinen ist ein weiteres Ventil der Seele, auch das befreit und macht wieder Platz.

    Ein lieber Gruß, Suse

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