Die ersten Stunden

Frau Notos kam zurück, ich hatte gekocht, die Kinder waren da, wir saßen im Garten und aßen.

Sie war sehr weit weg, selten hatte ich eine so große Kluft zwischen uns gespürt. Sie wollte nicht reden, sich nicht öffnen. Der Abend war ernüchternd. Ich stand irgendwie da, wie ein begossener Pudel. Natürlich sieht sie es so nicht. Ich würde mich anstellen.

Natürlich fällt es mir anheim, die Situation und das Verhalten zu deuten. Meine Wertung gefällt mir nicht. Ich versuche, wohlwollend eine andere.

Fakt ist, ich renne ihr hinterher, bin für sie schwer. Ich gebe mich dabei ein Stück weit auf, bleibe nicht bei mir. Dringe in sie ein (ihre Deutung), dabei frage ich, will reden, verstehen, kommunizieren, streiten. Eigentlich schon immer. Ist das meine Art, Liebe zu zeigen? Ich will es ihr recht machen. Ich „brauche“ sie in des Wortes negativer Bedeutung. Aus einer Bedürftigkeit heraus, die mich so schwer macht, die mich nicht Ich bleiben lässt. Wo ist die Grenze zwischen Schwere, Zugewandheit und Abhängigkeit? Die Affäre mit Frau B. hatte ich wohl auch, um das besser auszuhalten.

Frau Notos lässt mich nicht in ihr Haus. Ich darf sie zwar gelegentlich besuchen, aber ich fühle mich nicht heimisch.

All das will ich nicht wahrhaben. Es kann einfach nicht sein. Grenzen sind genug überschritten. Ich verbiege mich. Jedem anderen würde ich raten, zu gehen.

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Eine Antwort zu “Die ersten Stunden

  1. Du erwähnst stets eure Kinder. Bekommen die nicht mit, was zwischen euch läuft bzw. nicht läuft? Denke auch mal bitte an diese.
    Man sollte sich für niemanden auf dieser Welt verbiegen. Das man es seiner Partnerin möglichst recht machen will, kann ich verstehen, aber das hilft nicht. Jeder möchte auch mal anecken und auch sicherlich deine Frau Gattin. Du scheinst mir aber auch nicht der Typ zu sein, der mal auf den Tisch haut. Ich an deiner Stelle hätte vermutlich schon längst komplett bei ihr ausgekotzt. Ich weiß, dass das nicht leicht ist, aber es muss sein.
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass deine Frau zufrieden mit dieser Situation ist, außer sie will dich fertig machen, was ich wahrlich nicht hoffe.

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