Freiheit ohne Schuld

Meine Freiheit zu leben, mein Leben zu leben, klappt scheinbar nicht ohne Schuld. Wie nennt man es, ist es protestantisch, oder calvinistisch? Ich lebe ein recht schlichtes Leben, versuche meine Pflicht zu erfüllen, gräme mich bei Fehlern, geißele mich mehr, als jemand anderes, kein Pomp, kein Gloria, nicht zu viel Gutes, weil das ja nicht opportun ist.Schuld

Die Beziehung zu Frau B. war schon das Äußerste, nein, das war zuviel, über die Grenzen hinweg. Ich habe mir etwas herausgenommen, was nicht geht, das bestraft gehört, meine Großeltern hätten es nicht geglaubt, was ich da getrieben habe. Dabei kam es mir so vor wie das Lebenselixier, an dem ich lebensverlängernd nippen durfte.

Frau Notos brauchte es danach. Ich musste es dulden, aushalten, weil ich selbst das Gleiche tat.

Und nun? Was passiert jetzt? Alles mit Wunden und Narben überstanden. „Hurra, wir leben noch“, oder was? Aber was gab es daraus zu lernen? Betrügen lohnt sich nicht, dann besser sofort trennen, als Gefühle zu verraten. Sei ehrlich zu dir selbst und denen, die dich lieben, notos.

Ja, okay, aber was kommt jetzt? Der graue, calvinistische, selbstbezichtigende, graue, lebensausschließende und geißelnde Alltag? Was passiert, sobald sich der Pulverdampf verzogen hat, die Wunden gesäubert und geheilt sind?

Will ich das alles entdecken und nicht in der Lage sein, zu reagieren? Allein schaffe ich das nicht. Ich will keine Parallelpartnerschaft, ich will eine romantische Partnerschaft, auch gern mit Stuck und Goldreliefs, nicht unbedingt eine graue, protestantische Beziehungskirche, in der Wasser und Brot gepredigt wird.

Ergänzung:

Lust auf andauernde Promiskuität in selbstzerstörerischer Form schwebt mir als Lebensinhalt nicht vor. Abenteuer und Eroberungen sind nicht mein Ziel. Soviell weiss ich jetzt. Sex der Quote und der Erotik um ihrer selbst willen geht bei mir nicht. Schon mal nicht schlecht, das zu wissen. Ich ahnte es schon immer, nun weiss ich es.

Mich schockt nur gerade die relative Unfähigkeit mir mein weiteres Leben vorzustellen. Ich bin 51 Jahre jung, 2 der 3 Kinder gehen aus dem Haus, Job ist irgendwie durch, alles läuft soweit… und jetzt? Soll ich Blumen züchten? Und verdammt, ich bin frei, aber die Freiheit macht mir Angst, will ich Freiheit? Frau Notos hat kein Problem damit, wenn ich meinen Raum ausfülle. Will ich vielleicht eine Frau, die mir einen Rahmen setzt? Was für Gedanken…

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4 Antworten zu “Freiheit ohne Schuld

  1. wu wei lese mal das buch von theo fischer

  2. Habe mich vorhin ein bisschen durch einen Blog geklickt, den ich bislang nciht kannte und dachte beim Lesen deiner Zeilen an diesen Post: http://apfelesserin.wordpress.com/2012/04/24/lernen-sich-zu/#comments

  3. Lieber Notos, warum fühlst Du Dich nur so voller Schuld? Du gehörst nicht bestraft und solltest Dich auch bitte nicht selber bestrafen. Die Suche nach den Gefühlen die Dir in Deinem Leben gefehlt haben, haben bei Frau B. Erfüllung gefunden. Du hast Frau Notos gesagt was Du Dir wünscht und Ihr habt darüber gesprochen. Sie spiegelt Deine Gefühle leider nicht so wie Du es brauchst und Dir fehlt Dein Gegenüber. Glaubst Du tief in Dir, dass es nicht gutgeht wenn Du Freude empfindest und Spaß hast? Frei nach dem Motto: Vögel die morgens pfeiffen holt abends die Katz? Du hast Deine lange unterdrückten Bedürfnisse gelebt und das ist allzu natürlich. Bitte schäme Dich nicht dafür.

  4. Zu deinem Zusatz: Jeder Mensch will Grenzen aufgezeigt bekommen und vielleicht hat deine Frau schon früh gemerkt, dass du dieses besonders nötig hast(komische Formulierung). Sie weß, dass du das brauchst und nun entzieht sie dir diese Grenzen und lässt dich frei herumirren. Das ist ein mieses Gefühl. Mir kommt schon ein wenig der Gedanke, dass sie dich bestrafen möchte, ob das so ist, kann ich nicht wissen. Freiheit heißt aber auch große Verantwortung, denn jeder deiner Entscheidungen musst du selber treffen, möchtest du das? Oder möchtest du, dass die entscheidungen für dich getroffen werden?

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