Ich bin wieder bei mir

Endlich wieder das Gefühl von mehr Leichtigkeit.

Ich bin mir wieder nah und lebe nicht in der ständigen Angst, Trennungsangst, Lebensangst, die durch das drohende Verlassenwerden oder nicht mehr Geliebtwerden durch Frau Notos bestimmt wird.

Die letzten Tage waren schrecklich. Permanent beherrschte mich dieses Gefühl, dieses uralte Gefühl, das von ganz tief unten heraufkam und sich an der Fantasie mit Frau Notos kristallisierte.

Ganz bestimmt hatte es mit Schuld zu tun, dem Trauma mit Frau Notos, ihrer Reise und dem Gefühl, sie zu verlieren.

Warum war ich nicht in der Lage, mich zu retten, warum schaute ich immer auf sie? Warum konnte ich nicht entscheiden, was ich will? Trennung oder nicht, so weitermachen oder nicht? Alles nicht so wichtig, mich wieder zu finden war wichtig, meinen Lebenswillen, meine Handlungshoheit.

All diese Gefühle bezogen auf Frau Notos haben zu tun mit Ego, Narzissmus, Liebe und uralten Muttergefühlen. Allerdings mit wirklicher Liebe am allerwenigsten, obwohl ich sagen muss, mir geht es gerade jetzt ein Stück besser, weil der Druck nachlässt, dies zu entscheiden.

Meine große Frage, ob ich gehen könnte, ist nicht beantwortet. Die Grenze, an der ich es festmache, zeichnet sich allerdings ab.

English: Sascha Schneider, "The Feeling o...

Selten spürte ich mich so gut, wie in den letzten Tagen und Wochen. Meine Liebe in mir, aber auch meine Abhängigkeiten und Ängste, die mich sehr stark ausmachen. Bisher versuchte ich, dieses Ängste sicherlich zu verdrängen, nur es ging nicht mehr, sie zeigten sich tags, wie auch nachts. Mit zunehmender Tagesdauer stieg die Wahrscheinlichkeit, mich in meinen Fantasien zu verstricken, Bilder in den Kopf zu bekommen, die mir nicht guttun. Diese Bilder haben mit Verschwörung, Verrat, Verlassenwerden, Hilflosigkeit zu tun, so stark, wie vermutlich Todesängste sein können. Unvergleichbar, ohne Frage, solche Ängste kenne ich nicht, oder habe sie vielleicht als Kind verdrängt, drängen sie nun ans Tageslicht?

Das Gute daran ist, ich verliere ein Stück weit Angst vor der Angst, die mich so lähmt, ausharren lässt, mich klein machen lässt. Die Angst kommt und geht, in Wellenmustern, sie bringt mich nicht um, ich überstehe sie.

Die alten Muster zu meiner Kindheit sind all zu deutlich sichtbar, mit Frau Notos hat all das ursächlich wenig zu tun. Kausal jedoch gibt es eine ganz deutliche Verbindung zwischen meiner Kind und dem Jetzt. Frau Notos gab mir immer diese Sicherheit, die mir so fehlte. Nun erschüttert mich eine potentielle Trennung in den Grundfesten umso mehr, weil ich nie lernte, emotional auf eigenen Beinen zu stehen.

Unfassbar wütend bin ich jedoch auf Frau Notos, weil sie mir keine ausführlichen Antworten gibt. Für sie scheint die Welt schwarz und weiss zu sein, oder irgendeine andere Farbe, die so klar, dass sie nicht erklärt werden muss. Sie weicht mir aus, sie will nicht reden, sich erklären. Meine Frau ist und bleibt undurchsichtig.

Was finde ich an ihr? Ist Liebe derart irrational? Keine Ahnung, ich spüre nur dieses irrsinnig starke Hingezogensein zu ihr. Funktioniert das nur deshalb, weil es nicht im gleichen Maße erwidert wird? Was ist das nur?

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