Verantwortung und Logik

Unentwegt spreche ich, will wissen, fordere von ihr Erklärungen, will mich erklären, will reden, reden, reden, kann nicht ablassen. Will wissen, ob meine Affäre ihr Schmerzen bereite, wie sie damit umgeht. Will wissen, wie es mir auf der anderen Seite mit ihrer Affäre gegangen ist, ob sie sich meine Gefühle vorstellen kann. Als sie gefahren ist, was sie sich gedacht hat, wie es mir damit geht?

Ihre Antwort war kühl und knapp: Die Gefühle und den Schmerz damit kann jeder selbst beeinflussen, ich bin nicht für die Bilder in ihrem Kopf verantwortlich und sie ist nicht für meine Bilder im Kopf verantwortlich. Ich solle mal endlich mit diesem Schulddings aufhören. Außerdem, was solls, das bisschen Sex. Ich nehme ihr die Worte nicht ab, die so abgeklärt klingen.

Ich bin schierbaff. Ist sie kalt oder erwachsen? Oder verzweifelt und traumatisiert?

Die Logik dabei ist, nicht zurück zu schauen, sondern nach vorne zu schauen. Was war, muss vergessen sein. Außerdem, wie sie sagt, „ist es doch nicht nur Sex, den ich auch hatte.“ Mit dieser Logik habe ich Probleme, weil mir die Abgeklärtheit dieser Sicht abgeht.

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Eine Antwort zu “Verantwortung und Logik

  1. Was ich – bei allem Respekt für deine Not – an deiner Darstellung so erfrischend finde, ist, dass sie in gewisser Weise die gängigen Mann-Frau-Klischees völlig auf den Kopf stellt. Unterm Strich sind wir eben doch alle in erster Linie Menschen.

    Mitfühlende Grüße,
    Schattentänzerin

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