Ebbe und Flut…auf und ab

Das Wellental, die Ebbe, das Ab scheint durchstanden. Durch eigene Hilfe (Selbstliebe), aber auch durch ein paar Globuli meiner lieben Heilpraktikerin scheint meine Handlungshoheit wieder hergestellt.

Was war eigentlich genau passiert?

Ich, fest eingebunden in die Beziehung zu Frau B., war fixiert darauf, mich mit ihr zu treffen, das Ganze kam raus, Frau Notos machte sich auf einen eigenen Weg und ich schnellte zurück in der Angst, sie zu verlieren und viel mehr noch in der Eifersucht, ein anderer Mann könnte bekommen, was mir versagt blieb bei ihr. Ihre Zurückweisungen und das Gefühl, nicht mehr begehrt zu werden ergaben die ideale Rechtfertigfertig für das außereheliche Engagement.

Völlig unverhofft trafen mich die Verlustängste wegen Frau Notos, ich begann wieder um sie zu werben, aber auch zu klammern, etwas zu erzwingen, das schon vor Frau B. nicht kam. Will ich die Realitäten nicht sehen?

Sie brauche Zeit, ich solle ihr Zeit geben, in ihr ist vieles tot, der Schock mit Frau B. sitzt tief, verursachte das Trauma. Immerhin, diese Erklärung bekam ich.

Aber was stelle ich an, damit sie sich wieder in mich verliebt, mich begehrt? Um sie werben, warten, Geduld haben, nicht klammern. Gelegentlich kommt mir der Gedanke, ich warte im Grunde schon so lange, mutete anderen und mir diese beiden Affären zu. So kann doch kein probates Mittel aussehen, seine Frau zurückzugewinnen.

Was bleibt ist ein tiefes Verlangen und eine tiefe Sehnsucht nach Nähe und erfüllter Beziehung. Diese Sehnsucht hat nichts zu tun mit Narzißmus, Needyness und Bedürftigkeit, sondern ein zutiefst ehrliches und menschliches Gefühl nach Begehren und Begehrtwerden. Ich sehne mich so sehr danach und hasse diese Grabenkämpfe.

Schon so lange wünsche ich mir das, hole es mir woanders, werde dann „bestraft“, weil Frau Notos meint, ein anderer täte ihr gut, besser. Aber sie geht nicht, hält mich auf Sparflamme.

Mir bleibt dieses beklommene Gefühl im Bauch, die alte Sicht, mich nur genüg anstrengen zu müssen, dann werde schon alles gut. Dabei warte ich doch nur auf ein klitzekleines Zeichen.

Und die Trauer, über die verlorene oder die vielleicht nie dagewesene Verbindung zu Frau Notos.

Genau an dieser Stelle beginnt es, ungesund zu werden, weil ich mich da von ihrer Zuneigung, ihrem Segen abhängig mache. Mir gelingt es nicht, mich davon zu lösen. War Frau B. das Mittel, um mich daraus zu retten? Bestimmt ein Stück.

Schon so oft dachte ich, meine Anstrengungen können noch so groß sein, es kommt nicht zum Erfolg. Überhaupt bin ich nicht der Grund für ihre Reserviertheit, sondern der Grund liegt in ihr. Sie kann mit meinem Wunsch nach Ausstausch und Nähe nicht viel anfangen, sie wird dadurch erschreckt, weil Frau Notos ein Problem mit Nähe hat. Sie ist charmant und zugänglich, jeder Mann, der sie anlächelt, bekommt ein offenes Lächeln zurück. Aber alles geschieht bis zu einer Grenze. Und ich mit meinem Wunsch nach Tiefe pralle zurück, werde nicht beantwortet, je mehr, desto deutlicher die Zurückweisung. Ich komme mir vor, wie ein Co-Abhängiger, der unbedingt heilen und gleichzeitig geheilt werden will.

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2 Antworten zu “Ebbe und Flut…auf und ab

  1. Ich habe heute zu einem anderen Thema ein Stück gepostet, vielleicht kannst du es gebrauchen:

  2. „Sie kann mit meinem Wunsch nach Ausstausch und Nähe nicht viel anfangen, sie wird dadurch erschreckt, weil Frau Notos ein Problem mit Nähe hat.“

    Schon oft im Leben hab‘ ich Menschen getroffen, die genau auf diese Art leiden: selber wünschen sie sich Nähe, doch sind sie an Partner gebunden, die ein Problem mit Nähe haben. Landen auch immer wieder bei solchen Partnern.
    Treffen sie Menschen, die ihrerseits KEIN PROBLEM MIT NÄHE haben, sondern ganz im Gegenteil Nähe wünschen, Nähe geben wollen, ja spogar fordern – DANN schrecken sie zurück bzw. empfinden diese Person als nicht (mehr) attraktiv.

    WER hat also in Wahrheit das Problem mit Nähe?

    Das nur mal so als Denkanstoß.

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