Schema F.

Ausgangslage: Ich will immer alles richtig machen, perfekt sein, nett sein und nicht anecken.

Hintergrund: ich will Anerkennung, geliebt werden

Problem: es funktioniert nicht, im Zweifel liebe ich mich nicht mehr

Lösung: die Ausgangslage ändern und aushalten, anzuecken.

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3 Antworten zu “Schema F.

  1. “Jeder kann wütend werden, das ist einfach. Aber wütend auf den Richtigen zu sein, im richtigen Maß, zur richtigen Zeit, zum richtigen Zweck und auf die richtige Art, das ist schwer.” (Aristoteles)

    Ich denke, dies gilt in gleichem Maße sicher auch fürs „anecken“. Man sollte achtsam sein, nicht Alles, um sich selbst authentisch zu fühlen, stellvertretend bei demjenigen herauszulassen, von dem man spürt und weiß, dass er einen liebt, aus tiefstem Herzen und freiwillig, ohne Bedingung, und dass diese Liebe einem bleibt. Man läuft nicht Gefahr, sie zu verlieren. Und man muss sie sich nicht erobern. Muss sich nicht verbiegen für Anerkennung und geliebt werden, im Zweifel, wie du es beschreibst, so sehr, dass man sich selbst nicht mehr mag.
    Auch wenn man diesen Menschen und seine Liebe nicht verliert, man tut ihm weh, und ist sich in dem Augenblick dessen auch bewusst. Und nicht der andere ist selbst Schuld daran, von einem verletzt zu werden. Eigene Reaktionen bleiben immer die eigenen, sie gehen von einem selbst aus. Und still rausgehen, immer wenn es anstrengend oder nah wird, ist Flucht. Statt sich selbst zu erobern. Und irgendwie möchte der andere es auch werden, sei er noch so selbstverständlich.

    Und ja, man kann es nicht immer allen Recht machen oder perfekt sein. Man muss auch anecken und sich auseinandersetzen dürfen. Deshalb ist man nicht weniger wert oder unbeliebter oder gering geschätzter. Nicht in der Partnerschaft, nicht in der Familie, nicht in der Freundschaft, nicht im Freundeskreis, nicht im Job, nicht im Sport… Zumindest nicht bei denen, denen man wichtig ist. lg abendvogel

  2. Klingt gut. Zur veränderten Ausgangslage gehört vielleicht sowas, wie „wissen, dass ich nicht alles richtig mache, dass ich das gar nicht kann, wie alle anderen Menschen auch“ und „akzeptieren, dass ich Fehler mache“ und „mir Mühe geben“ und „achtsam sein“ und „mich mit all dieser Fehlbarkeit richtig lieb zu haben“.
    Good luck dafür. Liebe Grüße und schöne Ostertage

  3. „Es aushalten, anzuecken“ – Angst vor dem Anecken, Angst davor aufgrund der eigenen Unzulänglichkeiten nicht geliebt, sondern abgelehnt zu werden, alleine dazu stehen. Sind das nicht Verhaltensmuster, die wir im Kindesalter lernen? . Ich lernte sie. Wenn ich als 4jährige den und dem verwechselte, war meine Schwester sauer auf mich. Wieso, weiß ich nicht!
    Bekommt man wirklich Liebe, wenn man es jedem recht macht oder ist es nicht Liebe, sondern nur Schein-Harmonie, Vertuschen besser nicht ausgelebter Aggressionen. Die Angst vor dem Anecken zu verlieren, bedeutet auch, es zuzulassen, den Aggressionen Raum zu geben, die es gilt anzusehen, auszuleben. In diesem Sinne, Mut zum Anecken, Mut in aller Unzulänglichkeit geliebt zu werden, Mut das ans Tageslicht zu bringen, das gesehen werden will. LG

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