Keine Heimlichkeiten mehr

Ich will keine Heimlichkeiten und Lügereien mehr. Diese Art des Lebens wurde mir möglicherweise eine Zeit lang gerecht, vielleicht brauchte ich den geschützten Rahmen, um mir über mich klar zu werden. Nun aber bringt mich der Zustand der Versteckerei von Gefühlen und Gedanken nicht weiter.

Vor wenigen Wochen redete ich mit Frau Notos über Wünsche, Sehnsüchte und das weitere Leben in einer sehr offenen Weise. Dabei formulierte ich Wünsche, die in mir ungelebt sind, die ich leben möchte. Das Kunststück dabei ist, ich will nicht ausziehen. Wie das wirklich funktionieren soll, weiss ich nicht wirklich, muss ich deshalb wohl auch nicht klären im Moment.

Inwieweit dieses Leben der Wünsche einer Trennung gleichkommt, sei dahingestellt. Aus juristischer Sicht betrachtet schon, aus moralischer Hinsicht auch, aber nicht aus meiner Herzenssicht.

Wir sind dabei, die Form der Beziehung neu zu gestalten. Mutig, offen und andersartig. Bisher traten die Bedrohungsszenarien nicht ein, die ich mir ausmalte. Im Gegenteil, das Miteinander veränderte sich schlagartig hin zu mehr Lebendigkeit. Komisch nur, dass das nur über diesen Weg geht. Komisch nur, dass dazu eine gewisse Außergewöhnlichkeit Pate sein muss. Die bisherige Form der Beziehung scheint demnach gescheitert. Zumindest vorerst.

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Eine Antwort zu “Keine Heimlichkeiten mehr

  1. Ich finde es toll, dass Du Dich für Ehrlichkeit entschieden hast und keine Heimlichkeiten mehr leben möchtest. Zu seinen Wünschen, Träumen und Bedürfnissen zu stehen, erfordet Stärke und Mut, zumal wir eher nicht gelernt haben, dieses Recht für uns einzufordern.
    Ich verbinde das auch mit einer gewissen Wertschätzung für den Partner, denn auch wenn die großen Gefühle vorbei sind, kann so etwas ganz schön klärend sein in der Hinsicht, dass ich etwas von mir persönlich preisgebe, was eigentlich nichts mit dem Mann oder der Ehefrau zu tun hat. Es sagt nur etwas über mich selbst aus, es ist etwas FÜR mich und damit nicht sogleich GEGEN den Anderen.
    Was Du schreibst, spiegelt gerade meine/unsere Situation wieder und dass nach der offiziellen Trennung ( wir leben noch zusammen, aber nicht mehr als Paar ) etwas Neues entsteht. Der Austausch und auch der Blick aufeinander hat sich verändert und manchmal kommt es mir so vor, als spürte ich plötzlich eine gewisse Achtung, welche ich vorher in dem Rollenverhalten nicht wahrgenommen habe.
    Vielleicht liegt es auch daran, dass ich mich nun selbst bewusster wahrnehme und nicht nur als Frau von Herrn Sowieso und das auch nach außen trage.
    Ich sehe es nicht als gescheitert an, dass die alte Form der Beziehung nicht mehr funktioniert. Sie hat sich abgelebt und es ist gut so wie es ist.
    Das hat auch etwas mit innerem Wachstum zu tun, auch wenn es manchmal noch weh tut. Gut zu wissen, dass dieser Schmerz zu dem inneren Kind gehört und abgearbeitet werden möchte, damit irgendwo, vielleicht mit irgendwem etwas anderes entstehen kann, vielleicht auf einer anderen Ebene ….
    Den gemeinsamen Ort nicht verlassen zu wollen, das kenne ich auch nur zu gut und leider ist das auch mein Part. Ich werde Deine Entwicklung gerne weiter verfolgen und wünsche Dir viel Glück ! Schön, dass Du hier schreibst.
    Herzlichst Joona

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