Ich als Vater mit dem Sohne

Die letzten Artikel schrieb ich als Sohn, heute schreibe ich als Vater, weil ich mit meinem Sohn eine Woche auf Mallorca war.

Wir hatten vor, eine paar Tage gemeinsam die Insel zu erkunden. Da wir beide gern fotografieren, bot sich eine Reise dorthin an. So oft hatte ich ihm von dem tollen Licht im Frühjahr vorgeschwärmt. Nun hatte es endlich geklappt. Die Reise hatte aber auch für mich noch einen anderen Sinn, ich wollte unbedingt mit meinem Sohn alleine verreisen, nicht, um große Dinge zu erzählen, sollte es dazu kommen, gern, würde es nicht dazu kommen, will ich es nicht erzwingen. Auch ungesagt kommen Dinge rüber.

Leider erwischten wir wettermäßig ausgesprochen ungünstige Tage, weil es bedeckt war und teilweise regnete. Fotografieren ging nur im Graubereich. Dafür  funktionierte das Zusammensein ausgesprochen gut. Die Zeit fühlte sich leicht an, ich konnte meine Vaterrolle insoweit abstreifen, dass ich nicht vorangehen musste. Ich ließ ihn gewähren, hielt mich zurück. Ein sehr gutes, neues Gefühl. Ich denke, für uns beide. Für ihn, um zu sehen, dass ich auch entspannt sein kann und nicht dieses Vaterdings mit mir rumtrage, für mich ebenso.

Sicherlich fehlte mir ein Gesprächspartner für mein Inneres, das stellte ich schon zurück, weil ich merkte, wie wenig er darauf anspringt, er ist und kann an der Stelle kein „Gegenüber“ sein, das geht wohl (noch) nicht.

Wir lernten Leute kennen, nicht nur oberflächlich, sondern schon mit intensiven Gesprächen. Er nahm daran teil, was ich gut fand, weil er die Offenheit und das Vertrauen anderen gegenüber annehmen konnte.

Jedenfalls hat die Reise gut getan. Für meinen Teil würde ich das wiederholen. Er fand Gefallen an der Vorstellung, es auf Mallorca wandernd zu versuchen. Nix mit Ballermann, sondern Natur interessiert ihn. Also sind seine Tränen, als er mit Frau Notos und mir in den Bergen war, gut getrocknet.

Ich spürte auch, wie sehr ich ihn liebe. Manchmal konnte ich ihm kaum ins Gesicht schauen, so stark war das Gefühl. Dort auf dieser Insel begegne ich meinen Gefühlen. Nicht immer halte ich sie gut aus. Warum halte ich diese an sich positive, aber doch sehr starke Gefühl nicht so gut aus?

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