Unerlaubte Dinge

Der Tag verläuft in seinen üblichen Bahnen, man erledigt die Dinge, die zu erledigen sind, steht auf, frühstückt, geht zur Arbeit, kommt zurück, geht zum Sport, erledigt Hausarbeit oder dergleichen. Tag ein, Tag aus, Woche für Woche, Monat für Monat. Ehe man sich versieht, sind ein, zwei, drei Jahre rum.

Was treibt einen an, in dieser Spur zu bleiben, dieser faden, aber sicheren Spur des Lebens zu folgen und sich nach dem Sinn dieser „Schienenbahn des Lebens“ zu fragen. Oft läuft es sich gut in der Spur, gelegentlich oder zunehmend hakelt es in der Spur, die gleitende und lautlose Fahrt wird gelegentlich gestört durch Ruckler und Hakler, irgendwas stimmt nicht mehr. Warum ist das so? Weil im Leben eine Stimme sagt, du kannst so nicht weitermachen, wie soll das enden, in der trostlosen Langeweile?

So geht das vielleicht eine gewisse Zeit, bis einem das Schicksal Möglichkeiten bietet, aus der langweiligen Straßenbahn einen heissen Roadster zu machen und über Stock und Stein über Land zu Brettern. Wer das mal gemacht hat, weiss, es macht Spaß, ist aber verboten.

Bekanntermaßen machen verbotene Dinge am meisten Spaß. Ist das so?  Mir geht das – ehrlich gesagt – nicht oder nicht immer so. Ich zwinge mich, sie zu tun, um meiner inneren Stimme zu gehorchen, die Erfahrungsweite zu erhöhen, meinen Dunst- und Erfahrungskreis zu erweitern. Leider fällt mir der Schritt schwer.

Unerlaubte Dinge sind keine Straftaten oder dergleichen, sondern Dinge, gegen deren Ausführung sich mein Über – Ich (das soll sehr groß sein) wehrt.  Also, keine Angst, alles im legalen Bereich, dennoch trotzt mir die Ausführung unendlich viel Kraft ab, so, als würde ich gegen ein Gesetz verstoßen. Moral, Anstand, Erziehung, Erfahrung, Vernunft. All das begrenzt mich sehr, auch wenn mir klar ist, wie hilfreich und notwendig Grenzen sind, so würde ich mir wünschen, häufiger mein Über-Ich ausblenden zu können.

Es ist, als benötige ich eine Erlaubnis, bestimmte Dinge zu tun, die nicht eben unters Tagesgeschäft fallen, etwas anderes zu tun, nur für mich, weil ich Bock darauf habe. Mir gelingt es, aber immer gegen einen inneren Widerstand, den ich überwinden muss. Eigentlich mache ich das schon seit Jahren so, immer Stück für Stück, aber nie in großen Sprüngen. Vorallem, wohin will ich? Mein Kopf weiss es nicht, aber etwas tief in mir drinnen, das mich auch „unerlaubte“ Dinge tun lässt. Um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Ich weiss nicht, welches es ist.

Eines weiss ich definitiv, ich tue keine Dinge mehr, zu denen ich keine Lust habe, die sich vermeiden lassen und die ich nur tun würde, um jemand anderem einen Gefallen zu tun.

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