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Mich gibt es noch

Hallo, liebe Leser,

mich gibt es noch, ich weiss zwar so gar nicht mehr, wer bei mir noch mitliest, aber ich grüße euch trotzdem. Ich war sehr lange nicht hier, hatte auch keinen Drang dazu. Tatsächlich fällt eine Neigung zu Wiederholungen auf. Entscheidende Dinge stehen aufgeschrieben, nur Nuancen unterscheiden sich von neueren Beobachtungen.

Heute fiel mir besonders schmerzhaft auf, wie unangenehm Montage sich in mir anfühlen, sehr schmerzhaft, sehr bedürftig, fühlig, melancholisch und traurig. Ich würde einfach gern mal in den Arm genommen werden und hören, alles ist gut. Pura vida. Meine Frau könnte ich fragen, leider funktioniert das nicht, weil sie das nicht erträgt. Sie wird dadurch erschreckt. Andere frage ich besser nicht.

So laufe ich dann allein durch den Tag, versuche einfach, zu fühlen und nicht zu verzagen, weil ich weiss, der Zustand ändert sich. Bislang verspührte ich nicht den Drang, mich von einer Brücke zu stürzen. Allerdings schmerzt das Gefühl, wie von einem Gegenstand im Herzen und Kopf, ein sehr gegenständliches Gefühl.

Heute Vormittag in einer Sitzung lenkte mich das Gefühl immer wieder ab. Was ist es, dachte ich, was macht es aus, woher kommt es, was benötige ich, damit es mir besser geht? Genau konnte ich es nicht ergründen, alt ist es jedenfalls, so alt, wie ich. Eine tiefe Traurigkeit, aufgrund einer oder mehrerer Verletzungen. So, als fehlte mir etwas, eine Art Urvertrauen, mein inneres Kind ist verletzt, fühlt sich unerkannt. So versuche ich den ganzen Tag, es permanent zu trösten. Nicht ganz leicht, im Job, wenn ständig etwas von einem gewollt wird.

Als ich am Freitag ins Wochenende ging, schrieb ich noch, alles sei gut. Vielleicht wird es heute auch noch so. Diese melancholisch-traurigen Anfälle sind schon sehr anstrengend. Hilft aber nix, mein Freund, sie sind ein Teil von dir, loswerden? Never! Annehmen.

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Was könnte die Ursache sein?

Ihr diskutiert über meinen letzten Beitrag. Es geht um Ursachen, die Frage stelle ich mir auch.

Ich kenne mich und meinen Erziehungshintergrund, auf gehorsam geprägt, leistungsorientiert, preußisch, wenig lustvoll. Diese Sachen halt, die gewisse Vorteile im Beruf bieten, im emotionalen eher behindern, weil der Kopf ständig arbeitet, leider so gar nicht im Einklang mit dem Bauch, mit den Gefühlen steht.

Die Emotionen sind da, kommen nur nicht raus, bleiben ungelebt, wollen ihren Weg, laufen gegen eine Mauer, werden behindert, es kommt zu inneren Konflikten und depressiven Verstimmungen. Keinen anderen vor den Kopf stoßen zu wollen, weil es so erlernt wurde, wird zum bitteren Rückschlag für das eigene Wohlbefinden.

Immer wieder

Immer wieder diese Anflüge, diese Stimmungsschwankungen, grundlos scheinbar, offenbar nicht ohne Grund. Besonders immer dann, wenn ich schutzloser bin.