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Bernstein

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Merkwürdig. Eigentlich wollte ich einen Beitrag zu etwas ganz anderem schreiben. Plötzlich bog ich ab. Der Bogen springt eigentlich, von Sex und Sport handelte es, ansich schon eine merkwürdige Aufreihung, die nur zu Missverständnissen führt. Gemeint war tatsächlich das, was ich schrieb und nicht was man sich zusammenreimt. Sex als Sport. Nein. Dann auch noch die Wendung des Ganzen, zu etwas völlig Unerwartetem. Ich schrieb und veröffentlichte, ein paar Minuten später wollte ich den Artikel revidieren. Zu spät. Jemand hatte bereits gelesen. Deshalb ließ ich ihn unverändert. Eine Ahnung zudem, ich würde bei jemandem eine gewisse Reaktion hervorrufen, ließ ich außer Acht. Ich wollte es schreiben, weil der Traum mich begleitet. Tatsächlich handelt er von Frau – ich nenne sie mal – C. Träume von Realität, geträumte Realität, gelebte Realität, reale Träume, reale Wirklichkeit, wahrgewordene Träume, allzu schnell aufgegebene Träume, alles miteinander verbunden. Noch nicht einmal versteckte Wirklichkeit, wirkliche Wirklichkeit und dennoch finde ich mich im Traummodus wieder, weil ich nicht alle Kirschen am Baum essen darf.

Warum so und nicht anders? Eine seltsame Feststellung. Eine sehr besondere Freundin stellt mir unbequeme Fragen dazu, die ich nicht beantworten kann. Zumindest finde ich geschriebene Worte von mir. Zumindest war es kein Traum, sondern wahr, zumindest befinde ich mich im Leben, weil ich fühle, bin, entscheide. So oder so.

Keine Heimlichkeiten mehr

Ich will keine Heimlichkeiten und Lügereien mehr. Diese Art des Lebens wurde mir möglicherweise eine Zeit lang gerecht, vielleicht brauchte ich den geschützten Rahmen, um mir über mich klar zu werden. Nun aber bringt mich der Zustand der Versteckerei von Gefühlen und Gedanken nicht weiter.

Vor wenigen Wochen redete ich mit Frau Notos über Wünsche, Sehnsüchte und das weitere Leben in einer sehr offenen Weise. Dabei formulierte ich Wünsche, die in mir ungelebt sind, die ich leben möchte. Das Kunststück dabei ist, ich will nicht ausziehen. Wie das wirklich funktionieren soll, weiss ich nicht wirklich, muss ich deshalb wohl auch nicht klären im Moment.

Inwieweit dieses Leben der Wünsche einer Trennung gleichkommt, sei dahingestellt. Aus juristischer Sicht betrachtet schon, aus moralischer Hinsicht auch, aber nicht aus meiner Herzenssicht.

Wir sind dabei, die Form der Beziehung neu zu gestalten. Mutig, offen und andersartig. Bisher traten die Bedrohungsszenarien nicht ein, die ich mir ausmalte. Im Gegenteil, das Miteinander veränderte sich schlagartig hin zu mehr Lebendigkeit. Komisch nur, dass das nur über diesen Weg geht. Komisch nur, dass dazu eine gewisse Außergewöhnlichkeit Pate sein muss. Die bisherige Form der Beziehung scheint demnach gescheitert. Zumindest vorerst.

Der Schmerz setzt ein

So, als verletzte ich mich körperlich, setzt der akute Schmerz langsam, aber nachhaltig ein. Mit abnehmendem Schock setzt der Schmerz ein. Der Schock ist der ablösende Moment, der Schwung, sich zu lösen, über eine konstruierte Wut gesteuert. Der Adrenalinspiegel sinkt, die Impulse gelangen wieder zum Gehirn. Mein Fluchtreflex brachte mich ausser Reichweite. Aber jetzt: Warum habe ich das getan? Gelingt mir eine Partnerschaft nur dann, wenn mir die Partnerin nicht zu nahe kommt? Fragen stellen sich ein. Ein Mangelgefühl setzt ein. Wo sind all die guten Vorsätze und Errungenschaften und Träume geblieben? All das, worum ich so lange mit ihr kämpfte? Warum gebe ich es preis?

Alles begann recht verhalten, zufällig, ungewollt und ungesteuert. So oft schob ich es weg, bis dann plötzlich etwas entstand. Ein Traum, eine Vorstellung, ein Modell. Vieles passte, emotional, wir konnten reden, sexuell, wir hatten viele Reizpunkte, die wir auslebten, in Streits und Diskussionen. Aufgegeben, für etwas anderes, das ich so lange in Frage stellte.

Mir bleibt nur zu schauen, was kommt und darauf zu vertrauen, das Richtige zu tun. Aber ich vertraue nicht wirklich darauf, weil ich auch oft das Unrichtige tue, auch aus unlauteren Motiven, wie Angst und Bequemlichkeit.

 

Angekommen in meinem Leben

Mit der Offenbarung, den daraus folgenden Unterhaltungen, Ausseinandersetzungen spüre ich endlich ein Angekommensein in meinem Leben, weil endlich wieder Worte und damit Energie fließt. Aber es verdammt nochmal schwer und ungemütlich.

Verändert Lesen?

In den letzten Jahren las ich unzählige Bücher über Persönlichkeitsentwicklung und Psychologie. Verschiedenste Themen und Bereiche interessierten mich.

Das gerade in Arbeit befindliche Buch war jeweils eine Entdeckung, ein Goldschatz, ein Quell voller erquickender Erkenntnisse und Informationen.

Meine Motivation, all das zu durcharbeiten, war, mich besser zu verstehen, mich zu entdecken und zu verändern. Das Leben hält diverse Anforderungen bereit, auf die ich mit meinen Haus- und Bordmitteln nicht vorbereitet war.

Im Gegenteil, mein Gepäckabteil ist beladen mit diversen Irrläufern und schweren Gepäckstücken, die ich mir irgendwann einmal aufgeladen habe und die mir vermutlich der Konstrukteur aufgehalst hat, ohne dass ich es jemals wirklich überblickte, was das so schlummert. Gepäck macht sicher, aber auch schwer und unbeweglich. In Krisenzeiten fand ich das eine oder andere Handwerkszeug in einer Kiste, das mir jedoch nicht wirklich weiterhalf. So erging es mir mit vielen Kisten, die verstaubt im Laderaum herumstanden.

Vor lauter Stehmichrums verläuft mein Kurs scheinbar geradeaus, auch wenn mal scharfe Kehrtwendungen nötig wären. Geht aber nicht, die Kiste ist zu unbeweglich geworden. Helfen und halfen mir nun all diese Bücher, meinen Frachtraum zu überblicken und zu entrümpeln, umzudisponieren?

Manchmal denke ich, ja, manchmal nein. Ganz sicher, nochmal ganz viel Zeit ist nötig. Hätte ich die Energie nicht in etwas anderes hineinstecken sollen? Wie wird man schneller erwachsen?

Im Grunde glaube ich, bin ich  meiner inneren Stimme gefolgt und versuchte schon den richtigen Weg. Bei der Bewertung des Ergebnis muss ich aufpassen, sehr bei mir zu bleiben. Andere Menschen verdienen Millionen oder erringen tolle Ämter und Titel (z. B. Wulff), ohne offenbar erleuchtet zu sein. Wie schaffen sie es, in ihrer Verblendung solche Dinge zu leisten?

Und ich zweifele ständig an mir rum. Trotz der Bücher und Erkenntnisse. Irgendwo da unten muss noch eine Kiste mit Trauma rumstehen. Wo war sie nur? Gesehen habe ich sie schon.

Miese Stimmung

Trotz des netten Abends mit einem guten Freund herrscht bei mir deprimierte Stimmung. Sicher, ein dicker Kopf ist das eine, aber was verhagelte mir die Stimmung derart? Wir redeten über uns und unsere Gefühle. Mal sehen, wie es weitergeht mit mir heute.

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Grund mit ist eine ausstehende Entscheidung, die zu treffen ich mich nicht traue und deren aufgestaute Energie mich bremst. Das Gespräch mit dem Freund machte es mir nur zu deutlich.

Energie

Leute tun offenbar komische Dinge zu ungewöhnlichen Anlässen. Aus Aberglaube, aus Überzeugung? Sie wandern auf Pilgerpfaden, schwören sich ein auf akrobatische Aktionen, um vielleicht kranken Angehörigen Hilfe zuteil werden lassen.

Warum, fragt man sich.

Beim Schauen einer Talkshow erfuhr ich, warum. Es geht um die Energieübertragung. Energie, die erzeugt wird durch die körperliche Tätigkeit und sich auf einen geliebten Menschen übertragen soll.

Mein Opa war der wichtigste Mensch in meinem Leben. Noch als Jugendlicher sorgte ich mich, sollte er mal nicht mehr da sein. Ich liebte ihn sehr.

Vor 20 Jahren starb er, für mich brach eine Welt zusammen, traumatisiert wandelte ich durch die Gegend und begann, eine Garage, die er gebaut hatte, zu verfugen. Einen gesamten Sommer dauerte es, bis diese Garage verfugt war. Jeden Abend schaffe ich ein oder zwei Quadratmeter. Sehr mühselig war die Arbeit, aber egal, ich hielt es durch, als Nichthandwerker, diese Garage fertigzustellen. Wer schon einmal diese Arbeit machte, weiss, wovon ich rede. Energiearbeit, reinste Energie, Energie, die für mich nötig war, um über diesen Schmerz, diesen Verlust hinwegzukommen. Lebendig gemacht hat es meinen Opa nicht wieder.