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Selbst gerettet

Keine Chance, mich auszutricksen.

Wirklich eine offene Beziehung zu leben, geht so nicht, kann ich nicht, zumindest nicht in den derzeitigen Rahmenbedingungen. In dem Moment der Offenbarung war es im Prinzip gelaufen. Okay, vorher war es keine offene Beziehung, sondern etwas anderes, nur nicht offenen.

Offen damit umzugehen kann ich nicht. Was soll ich sagen? „Ich fahre dann mal eben. Bis morgen Früh dann.“ Keine Chance, ich schaffe das nicht. Vielleicht bin ich zu feige, habe es schlicht nicht ausprobiert, um meine inneren Grenzen auszuweiten und meinen Erfahrungshorizont zu vergrößern. Mag sein, nun gilt es, diese Grenzen anzuerkennen. Ich habe neuerdings viele Erfahrungen gemacht, die gilt es, sacken zu lassen.

Mein Herz fühlt sich leichter, ich kann mal wieder tief durchatmen. Endlich, diese Erkentnis aus mir heraus und die notwendigen Schlüsse tun gut. Ich habe mich gerettet. Die Belastungen wurden einfach zu groß, der Druck, es allen recht zu machen.

Daran schließen sich nun viele neue Fragen an. Sicherlich. Nun stehe ich erstmal hier und fühle nur Erleichterung. Was sagte @mayarosa, es gilt, die innere Mitte zu finden? Oder so ähnlich.

Es wird nicht meine Frau sein. Oder doch?

Meine Frau wird wahrscheinlich die sein, die mich ins Grab trägt. Warum kann ich mich nicht gegen sie entscheiden, obwohl alles andere so klar erscheint?

Diese Untersuchung, mit dem erschreckenden Hintergrund und dem entwarnenden Ergebnis, das nochmal umso erschreckte, als nach der Entwarnung doch Hintergründe gesucht und gefunden wurden. Warum muss ich immer alles so genau wissen?

Warnung: Nie jemals bei Anzeichen nach „Kalten Knoten“ und „Heissen Knoten“ googeln. Der Doc wird mir morgen etwas zu erklären haben.

Welches wird mein Weg sein? Oder ist es doch alles ganz anders? Ich werde nicht allein bleiben, aber wie geht es weiter, anders, als gedacht, wann kommt eine Entscheidung? Sie steht nicht an. Doch nicht. Noch nicht.

Ich dachte, die Midlife-Crisis sei vorbei, nein, sie beginnt. Ich war mir nie bewusster.

Natürlich

„Natürlich! Er musste sich nicht beeilen und er musste nichts erfinden. In der Normalität aller Wiederholungen durfte er soviel Zeit brauchen, wie er wollte, um dies oder jenes am Ende ganz genau zu wissen.“

aus: „Die Ausschweifung“ von Wilhelm Genazino

Um leicht und ohne inneren Widerstand eine Entscheidung zu treffen? Aus Klarheit? Plötzlich, wie eine Eingebung? Geht das? Mein Thema. Wie erleichternd erscheind da das Zitat.

Stark

Druck Manometer

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Endlich mal wieder ein Tag, an dem ich mich innerlich frei fühle. Woran das genau liegt, weiss ich nicht, ich ahne es. Lange setzte ich mich unter Druck, eine Entscheidung treffen zu müssen. Gestern gab ich nach und entschied mich, die Entscheidung nicht treffen zu müssen. Ich fand die Freiheit, meine Meinung zu sagen, einem Menschen, für den ich mich fast aufgegeben hätte, konnte ich meine Meinung sagen und… es ist für mich alles gut. Ich habe innerliche Freiheit erlangt.

Nach langem Hin- und Her habe ich mich – unabhängig von gestern – entschlossen, eine Gruppe aufzusuchen, in der ich sprechen kann, um weiterzukommen, um Dinge hinter mir zu lassen, um aus dem Kreis herauszukommen.

Bittere Erkenntnis oder kluge Weitsicht?

2006-02 Oder

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Leider muss ich erkennen, wie angepasst ich bin, weil ich es nicht schaffe, meine Freiheit als mein oberstes Gut zu begreifen und die Dinge entsprechend zu verändern, die mir scheinbar und offenkundig verheissungsvolle Weisen versprechen. Ich lebe zu viele Kompromisse, die ich mir als Bequemlichkeit vorwerfe.

Oder ist es anders? Ist es Weisheit, die die ungehörte Stimme aus dem Innern mir sagt, ändere nichts, weil so die Freiheit größer ist, als anders?

Oder ist Freiheit auch aus einem Kompromiss oder mehreren Kompromissen erreichbar? Muss es immer in der Entscheidung zwischen Schwarz und Weißgehen, zumal damit die Autorisierung gewisser Gedanken durch ein Außen eingeholt werden soll?