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Freude annehmen

Glückliche Tage und Zeiten als solche annehmen können, ohne die Vergänglichkeit im Hinterkopf zu haben und sie abzuspalten, eben aus dem Wissen der Vergänglichkeit, um sich nicht zu sehr daran zu gewöhnen.

Diese Sicht zeigt den Alltagspessimismus. Ihn umzudrehen in einen Optimismus ist gut. Damit das Glück und die Zufriedenheit der Maßstab sind und nicht die Unzufriedenheit.

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Arztbrief, Steuerbescheid

Gestern erhielt ich einen Anruf meines Arztes, der Befund war da: alles gut. Keine bösen Dinge gefunden.

Mehrmals danach schossen mir Schauer des Glücks und der Erleichterung durch den Körper, wahre wohlige Wogen.

Diese Erfahrung werde ich bei mir behalten und sie zu meinem persönlichen dazu packen.

Am Abend dann zu Hause lag ein fieser Brief vom Finanzamt. Eine satte Steuernachnachzahlung. Sch…ss drauf. Auch wenn es weh tut. Nun brauche ich doch mal einen Steuerberater, auch wenn ich das mal gelernt habe. Aber ein neuer Input ist nötig.

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Morgens

Brot und Kaffee am MorgenBeim Frühstück ist die Welt noch in Ordnung. Die Bettschwere fällt ab, der Geist rappelt sich.

Zu keiner anderen Zeit am Tag verspüre ich so viel Ruhe.

Draußen hängen die gelben Blätter am Baum und machen den Himmel schön. Kein Wind, kein Sturm, kein Regen, sie hängen einfach da, manchmal fällt eines ab. Stundenlang könnte ich zuschauen.

Später beißt der Tag Stück für Stück vom Frühstücksbrot ab, bis nix mehr übrig bleibt.

Hups, nun aber los, der Zug fährt gleich und der Tag verläuft ohne mich.

Das flüchtige Glück

Die schönsten Gedanken, Gefühle und Stimmungen erzeugen Momente, die Zufriedenheit und Glück in der Zukunft verheissen. Immer, wenn ich mich auf etwas freue, ist das schon das eigentliche Glück. Der Moment selbst ist auch schön, aber die Vorfreude ungleich schöner, weil die Erwartungen in diesen Moment sehr hoch sind.

Hinterher frage ich mich in kindlicher Weise, warum diese Momente so schnell vorübergehen? Erst freue ich mich auf etwas, dann ist es vorbei und das Schöne rinnt mir durch die Finger, wie Wasser. Allein die Erinnerungen daran bleiben haften, aber mit dem Gefühl der unerbittlichen Vergänglichkeit.

Nicht, kein Glück empfinden zu können, sondern die Vergänglichkeit zu akzeptieren ist das Problem. Problem?

Vielleicht sollte ich sagen, es ist eine Lebensauffassung, mit der ich mir die Dinge unnötig schwer mache. Hilft es, die Bewertung umzukehren? Nicht auf die Vergänglichkeit zu focussieren, stattdessen auf die Wiederholbarkeit der schönen Moment zu achten.

Stark

Druck Manometer

Image via Wikipedia

Endlich mal wieder ein Tag, an dem ich mich innerlich frei fühle. Woran das genau liegt, weiss ich nicht, ich ahne es. Lange setzte ich mich unter Druck, eine Entscheidung treffen zu müssen. Gestern gab ich nach und entschied mich, die Entscheidung nicht treffen zu müssen. Ich fand die Freiheit, meine Meinung zu sagen, einem Menschen, für den ich mich fast aufgegeben hätte, konnte ich meine Meinung sagen und… es ist für mich alles gut. Ich habe innerliche Freiheit erlangt.

Nach langem Hin- und Her habe ich mich – unabhängig von gestern – entschlossen, eine Gruppe aufzusuchen, in der ich sprechen kann, um weiterzukommen, um Dinge hinter mir zu lassen, um aus dem Kreis herauszukommen.

Erstaunliches aus dem Urlaub

Ich verreise nicht. Trotz drei Wochen Urlaub.

Ich genieße die Tage zu Hause, tue Dinge, die mir Spaß machen und trauere so gar nicht einer verpassten zeitlichen Verreisemöglichkeit nach. Im Gegenteil, ich bin froh, nicht unter die vielen Menschen in die Berge oder an die See fahren zu müssen, quängelnde Kinder ertragen zu müssen und mir zu dicht auf die Pelle rückende fremde Leiber erdulden zu müssen. An diesem Ort kann ich bei mir sein, wie an sonst keinem Ort.

Hier zu Hause fühle ich mich so heimisch und wohl, wie schon lange nicht mehr. Meine Frau und meine Tochter verreisen für ein paar Tage, auch auf diese Zeit freue ich mich, mit mir und dem Haus fast allein sein zu können.

Diese Erkenntnis empfinde ich als großes Glück. Ach, ist das schön. Vielleicht bekomme ich sogar den „alten Frisch“ zu Ende gelesen. Ohne anmaßend zu sein, Neues finde ich nicht bei ihm, eher schon mir bekanntes, nur er schreibt das Dilemma auf, durch seine teils wirren Worte bekommen die Zerrissenheit und die männliche Ambivalenz surreale Bilder.