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Sie ist weg

Heute Morgen ist sie gefahren.

Sie versicherte mir sehr glaubhaft, ich müsse mir keine Sorgen machen. Ich glaube ihr, habe trotzdem Angst und bin eifersüchtig. Mir brennt ein Feuer in der Brust. Frau Notos versteht meine Sorge aus meiner Sicht, ich müsse mir aber keine Gedanken machen.

Mir fällt es entsetzlich schwer, loszulassen, sie ihren Spaß haben zu lassen. Weil da eben schon was war, auch wenn es „nur“ aus Rache oder Panik war. Wir sprachen nun soviel über das Thema, dass es eigentlich für mich (im Kopf) okay ist, dass sie fährt. Festbinden kann und will ich sie nicht. Die Grenzezwischen ihr und mir ist die schmerzende Naht.

Ich bin einfach keinen guten Weg gegangen, mir war klar, irgendwann zahle ich dafür. Richtig wäre es gewesen, von Anfang klare Verhältnisse zu schaffen, meine Frau zu verlassen, um nicht mit Frau B. auch immer diese schlechten Gefühl zu haben.

Die Zeit über versuchte ich, es mir, den beiden Frauen recht zu machen. Dieses Unentschieden zerrte und zehrte. Dann kam die Offenbarung, ich verlor die Dinge aus der Hand, das, was ich nie wollte, trat ein. Nun muss ich wieder handlungsautonom werden.

Ich gehe durch die Angst. Spüre da drin nicht nur Verlustangst, sondern auch ein anderes Gefühl. Je länger ich es laufen lasse, desto deutlicher wird, ich habe eine Bedürftigkeit. Füllt meine Frau ein emotionales Loch? Ich will das nicht so negativ darstellen, jeder braucht einen Menschen, der dies Loch füllt. Bei Notos kommt es mir so vor, als ob sie das nicht nötig hat. Sie wirkt, als brauche sie niemanden, oder will sie niemaden brauchen?

Unabhängig davon, dass es wohl für keine Menschen eine tolle Vorstellung ist, den Partner in den Armen und beim Sex mit einem/einer anderen zu wissen, ist das nicht Liebe, sondern festhalten, Besitzanspruch. Die Angst, durch den Verlust des anderen zu „sterben“, die Nachhaltigkeit und Kraft des Gefühls geht sehr tief, ist langanhaltend und sehr schmerzhaft.

Ich will es nicht negativ beschreiben und sagen, dies ist der Preis, den ich zahle, obwohl es so ist, ich muss es nur umdrehen in der Wertung und deuten, die Erkenntnis kann auch positiv sein. Ich spüre mich.

Wo hat das Gefühl Grenzen? Wann funktioniert all das nicht mehr? Würde ich erfahren, da ist doch mehr, trotz aller Beteuerungen und Beruhigungen, dann ist definitiv für mich Schluss. Ich bin zwar damit angefangen, meine Frau hat nachgezogen, aber ab nun beginnt die Zeit neu. Ein Dauerleiden will ich nicht.

Die Fassung verliere ich immer wieder, wenn ich die Sache extern betrachte. Mein Bild, die Umgehensweise, die ich mit meiner Frau besprach bricht komplett, ich gerate förmlich in Panik, verliere fast die Fassung. Was würden andere sagen, schilderte ich Ihnen den Fall? Der Blödmann lässt seine Frau zu einem anderen, der sie schon mal gevögelt hat. Was für ein Weichei.

Dann muss ich wieder reden. Frau Notos erklärt mir, das ich diese Sache vergessen soll. Sie fährt dorthin, nicht wegen des Mannes, sondern wegen der Leute, die sie dort kennenlernte und einfach, weil sie ein paar Tage raus will. Dann geht es wieder. Bis mir dann wieder alles wegbricht.

Deswegen wollte ich schon weg, sie rauswerfen, völlig verzweifelt und in Panik. Ja, und dann kommt wieder, du hast es ihr auch zugemutet, meine Verzweifelung, meine Angst verschwindet nicht. Ein immerwährendes Hamsterrad, diese Tag.

Aber ich will nichts zerschlagen, weil ich für mich verstehen will, was da für Kräfte am Werk sind, mich besser kennenlernen, die Angst sehen, fühlen. Anders werde ich da nicht rauskommen.

Meine Hoffnung ist, wenn wir das geschafft haben, ist etwas Neues zwischen uns entstanden, eine neue Basis, die vorher nicht mehr da war. Diese Chance gebe ich nicht auf. Ich weiss nun, dass ich meine Frau noch immer Liebe, trotz all dieser Verwerfungen und Krisen. Alles hatte irgendwie seinen Sinn. Ohne diese Sicht und Hoffnung könnte ich es nicht überstehen. Weil ich Hoffnung habe, übersteigt eine Trennung wohl auch mein Vorstellungsvermögen.

Wenn alle Stricke reissen, habe ich jemanden, mit dem ich reden kann. Danke. Meine Gruppe hilft mir noch nicht viel, es sollte anders sein, könnte man annehmen, aber dort kommt oft nur der Rat, die einfache Lösung vorzuschlagen. „Nun trenn dich doch endlich.“ Nein. Will ich nicht. „Herr Notos ist noch nicht so weit.“ Kommt dann von der Gruppenleiterin. Nein, ich bin nicht so weit. Das ist auch eine Entscheidung. Also kann ich doch entscheiden.

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Geschützt: Was so geschah

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Unfrei

Samstag-Abend. Was unternehmen? Kino wäre eine gute Sache, zumal ein Wunschfilm noch ungesehen im Kino angeboten wird. „Ziemlich beste Freunde“. Frau Notos maulte, der Filmbeginn war recht spät. Egal, ich ließ ihr Zieren nicht zu.

Der Film riss mich sehr mit. Die Handlung, ungewöhnlich, zeigte zwei sehr unterschiedliche Menschen, die zueinander fanden, zwei Charaktere, die jeder für sich eine große Last zu tragen hatten, sich aber in ihrer jeweiligen Einzigartigkeit unheimlich toll ergänzten. Durch Lebensfreude, Witz und Esprit schaffen sie sich eine neue Welt und neue Einsichten. Am Ende war ich sehr gerührt. Gerührt, weil ich die Figur des Driss so toll fand, er sah über seine Mängel hinweg, arbeitete daran und ließ sich nicht unterkriegen, auch wenn durchaus erkennbar war, dass er nicht nur ein tiefenloser, oberflächlicher Dauerlächler und Bespaßer ist.

Ein Film über eine ungewöhnliche Freundschaft, die unheimlich viel Lebensmut und -freude versprühte. Ich kann mir da sicher genug abgucken. Frau Notos war dann doch recht froh, nicht auf das Sofa gegangen zu sein.

Nachher gingen wir in eine obskure Kneipe. „Unser“ Thema kam natürlich auch zur Sprache. Mir fiel mal wieder diese offenbare Leichtigkeit von Frau Notos auf, die eine gewisse Nähe zur Lebensfreude von Driss hat, den sie gern mal „in Echt“ kennenlernen möchte. Ich bin da eher dieser „schwere“ Philippe, der zwar nicht körperliche, aber doch gewisse seelische Einschränkungen hat und gewissermaßen recht bewegungsunfähig ist.

Offenbar sieht sie meine Freundschaft zu einer anderen Frau nicht als ihr Problem. Das Problem dabei bin ich, der diese Freiheit nicht annehmen kann, sondern permanent erwartet, in Form von Verlassen werden bestraft zu werden. Die Frage ist nicht, ob ich eine Gelegenheit erhielte, meine Freundin zu besuchen oder zu sehen, sondern ob ich es aushalte, dieses umzusetzen.

Wie soll ich diesen Zustand beschreiben? Dafür fehlen mir die Worte. Unfreiheit? Parallel dazu schwindet zunehmend die Lust und die Sehnsucht, meine Freundin zu sehen, weil die Treffen sehr unter dieser Schwere, unter meiner Unfähigkeit, die eigene persönliche Freiheit in Anspruch zu nehmen, leiden.

Erlaubnis zum Kranksein

Morgens beim Aufwachen spürt man eine Beeinträchtigung seines Körpers mit Kopfschmerz und Mattigkeit und einem gereizten Inneren. Die Schwere verbietet es an einen arbeitsamen Tag zu denken. Dennoch gebietet die Gewohnheit den Weg ins Büro.

Die innere Stimme ist dagegen, der Bauch widerspricht. „Du musst!“ „Nein, nicht so, ich will nicht immer aushalten. Ich fühle mich krank.“

So zerrt die Zerrissenheit über das eigene Wohl. Die Lösung liegt im Aussen.

Der Doc sagt, „ich schreibe sie krank.“

Wie im Nuh ist alles falsche Pflichtbewusstsein wie weggeblasen. Das eigene Wohl bekam einen Raum und darf gelebt werden.

Warum nicht gleich und mit eigener innerer Überzeugung? Warum bedarf es der äußern Segnung?

Erkältung

und jenes

Image by transcript via Flickr

Als ich gestern am Sonntag früher als sonst aufstand, war es klar. Eine Erkältung ist im Anmarsch. Die untrüglichen Zeichen zeigten sich. Ein leichtes Ziehen im Hals, Hustenreiz und eine platte Mattigkeit des Körpers.

Dennoch fuhr ich los, um einen Lauf mit Kollegen teilzunehmen. Der Lauf war ein Benefiz-Lauf, viele Leute nahmen teil, das Wetter war klasse, also ignorierte ich die Anzeichen. Alles war gut, die Veranstaltung machte Spaß, das Laufen natürlich auch.

Nachmittags holte mich die Geschichte ein, ich fühlte mich völlig platt. Ein Husten, ein Niesen und Frieren stellte sich. Dennoch fuhr ich ins Büro und stehe neben mir.

Ich muss nach Hause, ins Bett. Eine Sache muss ich aber dringend noch fertig machen. Dafür ist Konzentration erforderlich, die ich gerade gar nicht habe.

Ergänzung:
Um 15 Uhr war ich zu Hause, um 15:30 Uhr schlief ich schon.