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Weltuntergang und Armageddon

Das Leben besteht ab einem bestimmten Alter aus Warten und Hinnehmen. Wenig neues bereitet Erstaunen und Lust. Alles schon mal dagewesen. Je häufiger, desto schneller vergeht die Zeit. Die Bereitschaft, dem ein Ende zu bereiten und neue Ufer zu erkunden sinkt.

Wäre da ein erzwungener Neuanfang nicht gerade das Richtige für unentschlossene Menschen, wie mich? Der im Stillen lieber weiterleidet, aus Angst vor Leid. Warum bereite ich meinem Leiden kein Ende? Nicht durch Ablenkungen.

Morgen könnte so ein Tag werden, an dem ich die Notwendigkeit dringlich vor Augen geführt bekomme, aber dennoch nichts tue, weil die Liebe da ist, aber die Leidenschaft nicht mehr.

Ist es Zufall, dass Leid und Leidenschaft den gleichen Wortstamm haben, aber so unterschiedlich bewertet werden? Liebe hat ähnliche Buchstabenkombinationen.

Das Leben holt mich ein oder ich hole mein Leben ein

So lange Jahre des Zweifelns, des Suchens, des Orientierens, des Neuerfindens liegen hinter mir. Fast eine Dekade arbeitete ich mit und an mir. Oft bezweifelte ich, überhaupt eine Chance zu haben, voran zu kommen. Immer unterstellte ich, die wahre Veränderung läge darin, dass Außen zu verändern. Wohlmeinend-vorsichtige Worte von außen, Veränderung käme von innen, konnte ich nicht aufnehmen.

Heute, gerade wirklich auch heute denke ich, sehr weit gekommen zu sein, auch ohne eine im Außen sich manifestierende, operationalisierbare Veränderung. Leider kann ich den Menschen, der mir am nächsten stehen sollte, nicht fragen, weil ich keine Antwort bekomme, schon immer nicht, weil dort eine große Angst herrscht. Deshalb suche ich in mir, spüre in Gesprächen mit anderen auf, was ich wissen will, frage nach, wenn ich nicht weiterkomme.

In den Jahren sind folgende Themen bei mir aufgetaucht: Bindungsängste, Nähe – Distanz, Narzissmus, inneres Kind, Liebe, Selbstwertgefühl, Selbstbewusstsein, Leidenschaft, Sicherheit, Sehnsucht, traurig sehnsuchtsvolle Suche, Sinnsuche, Zielsuche, Muster, Wahrnehmung trauen, Denkfehler, Gefühle.

Unbeantwortet geblieben ist meine Frage, ob ich in der Lage sein würde, eine Veränderung auch im Außen zu schaffen. Oder verhafte ich hier noch einem Denkfehler?