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Leer

Ich habe keine Idee, wie es anders werden soll, was anders werden soll. Einzig die Vorstellung, meine Ruhe haben zu wollen, kommt mir in den Sinn. Kein Trubel, kein Fallschirmsprung, keine Karriere als Jetpilot. Nichts, zur Selbstverwirklichung.

Einfach nur erstmal Ruhe.

Den Urlaub genießen

Genießen und freuen kann ich mich schon. Die Tage hier an der Algarve war zuerst etwas ungewohnt, weil mir der Blick für das Land und die Landschaft fehlte. Die Gegend ist karg und teilweise schroff. Erst auf den zweiten Blick zeigen sich die Liebenswürdigkeiten. Zudem brennt die Sonne zwar, der Wind mildert sie jedoch erträglich. Überhaupt atme ich sie gern, weil sie frisch und weich ist. Jeder Luftzug ein Genuss, nie ist es stickig.
Stundenlange Strandaufenthalte strengen mich üblicherweise stark an. Nach anfänglichen Schwierigkeiten halte ich die Zeit dort gut aus. Insbesondere gegen Abend, wenn das Licht lang und golden wird, genieße ich diese Zeit. Das Meer plätschert und prickelt. Im durchaus frischen Atlantik mit seinen schätzungsweise 18 Grad Celsius und seinem prickelnden Wasser fühle ich mich durchelektrisiert. Als lädt das Meerwasser innere Energien auf. Komplett anders als im Mittelmeer.
Frau Notos, unsere Tochter und ich verstehen uns gut. Wir liegen auf einer Wellenlänge, ohne Spannungen Genießen wir die Zeit miteinander. Ich entdecke meine Tochter, wie sie älter wird, heranreift. Eine schöne Beobachtung.
Von Zeit zu Zeit, mehrmals am Tag denke ich an Frau B. Sinnliche Gedanken, Bedauern, Wehmut und auch Trauer. Weil ich träumte, auch mit ihr so einen Urlaub zu machen. Mit all den schönen Dingen am Meer, die man so tun kann, essen, trinken, Zärtlichkeiten, miteinander ungestört sein. Zu gern würde ich noch einmal mit ihr schlafen. Wir hatten noch immer Kontakt, stellten ihn aber ein. Zu selbstquälerisch wurde es. Mein Wunsch, ein Nebeneinander zu institutionalisieren scheiterte. Ich glaube, in erster Linie an mir.
Frau Notos und ich schlafen miteinander, so nicht, aber manchmal kommt mir unser Miteinander ein wenig fade vor. Auch sie empfindet das so. Wir reden darüber. Verletzen uns aber nicht. Das wenigstens ist gut. Nah so vielen Jahren und zwei Affären kommt dies nicht von ungefähr. Aber es ist, wie es ist. Eine Trennung kommt nicht in Frage zur Zeit. Nur mehr Mut für die Dinge, die lebbaren Dinge wären gut. Meine Sehnsüchte sind nicht verschwunden. Sie haben nichts mit Needyness oder so zu tun, sondern sind Ausdruck eines Selbstgefühls. Diese Träume sind einfach da.