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Ausbruchsversuche

Ich bin seit fast 25 Jahren verheiratet, habe drei tolle Kinder und in der letzten Zeit quäle ich mich mit meinem Leben. Soll ich bleiben, soll ich gehen. Was gewinne ich mit dem Gehen, was vermisse ich beim Bleiben? Seit Tagen und Wochen spüre ich nach, was ist, was wäre. Schlimm empfinde ich den Zustand der Unentschiedenheit. Mit meiner Frau entdecke ich zum wiederholten Male Momente in diesen Momenten, die offenbar nur so besonders sind, weil die Momente außergewöhnlich sind. Sie hilft mir, nicht zu verzweifeln, die Dinge nicht überzubewerten. Mir ist klar, welch außergewöhnliche Frau ich verlieren würde. Dann, wenn Momente nicht so sind, dann fühle ich mich mit ihr unterfordert. Retten die Ausbruchsversuche unsere Ehe?

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Geschicke aus der Hand geben

Die Dinge aus der Hand geben, Geschicke aus der Hand geben, bewusst oder unbewusst, gewollt oder nicht. Passiv einkaufnehmend.

Wohin führen einen die Leichtfertigkeiten des Lebens? Was ist der Grund? Bewusst hätte ich es nie getan, aber auf irgendeiner Ebene unbewusst zugelassen. Nun muss ich mit dem Ungemach umgehen. Diese Nachricht, die überflüssigerweise in die falschen Hände gelangte, in Hände, die zu einem Kopf gehören, deren Augen das hätten nie lesen dürfen.

Warum schütze ich mich nicht besser? Weil ich nicht geschickt bin, eine Lösung auf einem anderen Weg herbeizuführen? Weil ich nicht geschickt bin, oder weil ich zu feige bin? Ich hasse dieses Muster.

Zwischenstand

Erst einmal herzlichen Dank für eure Anteilnahme.

Die Motivation, all dies aufzuschreiben, ist mir selbst ein wenig suspekt, wahrscheinlich dient sie der besseren Verarbeitung. Alle, die meinen alten Blog kennen, wissen, dass ich da gern zur Selbstentblößung neige.

Klar, jeder erhält vom Arzt gelegentlich mal nicht so tolle Nachrichten, der hat dies, der andere das, allzu normal. Unnormal vielleicht, darüber so zu schreiben. Meine Diagnose ist ein Zufallsbefund. Mein Arzt fand „da“ was und schickte mich zum Nuklearmediziner, der guckte, ob er ausschließen kann, was keiner gern hört. Dabei ging er anders vor, als mein Arzt es getan hätte, er punktierte nicht, sondern verließ sich auf seine Geräte und die Blutuntersuchung. Mein Arzt hätte da reingestochen und gewusst, was los ist, sagt er.

Deswegen zauderte er und fand die Untersuchungsmethode wohl irgendwie doof. Nach ja, ich muss mich gedulden. Bis dahin gehe vom Besten aus.

Trübsinnig lässt mich all das werden, wenn ich daran denke, wie viel Mühe und Schmerz ich auf meinem Weg der Selbstfindung ertrug, um nun an dieser Stelle so einen dicken Merkposten mit auf den Weg bekomme. Soll ich ihn als Warnhinweisung interpretieren, nicht alles so schwer zu nehmen, sondern die Freuden des Lebens vorbehaltloser zu genießen? Nicht für alles immer einen Persilschein zu benötigen, sondern mir selber die Erlaubnis erteilen? Ja, so wird es wohl sein.

Ich möchte aber nicht das Ende es Weges sehen, sondern erhoffe mir nun lieber mehrere Gabelungen, die sich auftun und die will auch ausprobieren können.

Schleifen des Lebens

cemetery Ohlsdorf (Hamburg, Germany), Scupture...

Image via Wikipedia

Die Dinge wiederholen sich, ihre Unablässigkeit ist deutlich erkennbar, ihre schwere Spur gräbt sich ein in der Tage Verlauf, macht sie deutlich, macht sie unübersehbar, je tiefer die Spur, desto schmerzhafter die scheinbare schicksalshaften Unentrinnbarkeit.

In Zeiten von Neuentdeckungen frohlockt das Leben dem Forscher- und Entdeckergeist, umso größer ist das Erschrecken des scheinbar freien Geistes, wenn er seine Kreisbahn entdeckt, die ihn wie ein Dürstenden in der Wüste keinen Schritt näher zur lebensrettenden Oase führt.

Sie, die Lebensstiftende, war zum Greifen nahe, dann entschwand sie unversehends im Dunstschleier.