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Mail an die Eltern

Lernen

Als Elternvertreter nutzte ich die Möglichkeit eines eMail-Verteilers einen Brief an die Eltern der Klasse zu schicken, um mein Unbehagen, meine Sorge und meine Fragen zu veröffentlichen.

Ein wenig Mut gehörte dazu, mich zu „outen“, aber möglicherweise sind einige andere Eltern ja froh, sobald ein anderer den Mund aufmacht und aufschreibt, was sie selbst vielleicht im Stillen denken.

Lange nachdenken musste ich nicht, die Worte flossen mir in die „Feder“ und schwups, war die Mail raus. Nun warte ich auf Resultate und Antworten. Zwei Mails erhielt ich, die mir im Grunde meine Meinung bestätigten und diese gewisse Ratlosigkeiten mit den schulischen Anforderungen teilen. Patentrezepte gibt es keine, darüber reden kann aber helfen.

Ich bin froh, diesen Schritt gegangen zu sein, weil nun Konstruktives entstehen kann und wenn es auch nur ein Elternabend wird, zu dem ich die Fachlehrer einlade.

Schule und Liebe

Ein scheinbar sehr widersprüchlicher Artikel. Sinn macht er nach einer kleinen Einführung.

Am Wochenende schrieb ich über die Physiknachhilfe für meine Tochter. Sie geht in die 5. Klasse eines Gymnasiums, hat eine Empfehlung ihrer Grundschule erhalten und freute sich sehr darauf. Mein Gefühl, seit sie auf dieser Schule ist, auf der auch ich war und eine gewisse unleidliche Zeit verlebte, war sehr zwiegespalten bis angstvoll.

Nun bekommt sie die ersten Probleme beim Lernen, schreibt schlechtere Arbeiten und meine Sorge scheint sich zu bestätigen, wie eine selbsterfüllende Prophezeiung. Ich liebe meine Tochter sehr, umso mehr möchte ich ihr die leidvollen Erfahrungen in der Schule ersparen, was natürlich nicht geht.

Offenbar verliert sie mehr und mehr Lust und Zutrauen, je mehr ich mich sorge und auf sie einrede. Ihre Mitarbeit in der Schule und nach der Schule könnte besser sein, noch ist nichts verloren, auch der Anschluss nicht, nur sie braucht Erfolgserlebnisse, zu deren Erreichen sie allerdings mitarbeiten muss, sich anstrengen muss. Die Bereitschaft ist da, nur sie vollzog noch nicht so richtig den Übergang von der 4. in die 5. Klasse. Keine Hausaufgaben auf, bedeutet nicht, nichts tun zu müssen. Obwohl ich finde, dass das Abitur nach 8 Jahren die Kinder, Eltern und Lehrer völlig überfordert, hilft es nun nichts. Sie muss Motivation aufbauen, um voranzukommen.

Nur, wie bekomme ich das hin? Ich bin nicht sie, ihr Vater, okay, ich kann sie unterstützen, abfragen, ermuntern, nicht einschüchtern, nicht unter Druck setzen. Vorgenommen heisst noch nicht umgesetzt, gerade nicht bei diesem sensiblen Thema, in das meine Vergangenheit so knallhart reinhaut.

Meine Angst und meine Sorge hilft nicht, meine Liebe darf sich nicht auf Ermahnungen beschränken, ich muss über meinen Schatten springen, eine enorme Anstrengung. Was bleibt mir mehr, als aufzumuntern und zu unterstützen? Selbst Nachhilfe zu geben ist schwierig, abfragen ja, aber nicht Unterricht nachholen, das muss doch Schule leisten.

Meine anderen beiden Kinder sind schon älter, auch da klappte die Schule, nie reibungslos und leicht und selbstverständlich, sie gehen heute ihren Weg. Jetzt ist meine „Kleine“ an der Reihe, nur es fühlt sich wie beim ersten Mal an. Schule und Liebe und Loslassen, kein leichtes Thema für mich.