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Ein Neubginn

Die Tage vor Weihnachten, Weihnachten und die Tage nach Weihnachten gehören traditionell für mich zu den stressigen Tagen, weil die Feiertage schon für sich gesehen anstrengend sind.

Hinzu kam zu diesem Weihnachten die Silberhochzeit und die Tatsache, dass unsere im vergangenen Jahr einer besonderen Prüfung unterlegen hat. Ich war im Laufe des Jahres nicht immer überzeugt davon, das Jahresende noch als Paar mit Frau Notos zu beenden.

Wir haben es aber gemeinsam beendet und wir haben es sehr ruhig und harmonisch beendet. Unser gemeinsames Wochenende verbrachten wir im Hotel, wir schauten uns die Stadt an, gingen Essen und hatten Spaß. Mir fehlte allerdings die Auseinandersetzung über das Gewesene, die Schmerzen, die Sorgen, die Zweifel und die Gründe für all das blieben unausgesprochen, auch wenn wir es wussten. Leider gelang es mir nicht, darüber mit Frau Notos ins Gespräch zu kommen. Es war sicherlich bequem, sorgte aber für eine unwirkliche Situation, weil mal wieder alles wie ausgeblendet schien. Damit entzog das Schweigen dem Gewesenen eine Daseinsberechtigung.

Frau Notos ist, wie sie ist, ich werde sie nicht ändern. Aus ihr wird kein Plappermaul, die ihr Herz nach außen kehrt und freimütig über ihre Gefühle redet. Diese Absicht und die Hoffnung auf Änderung lasse ich los. Mir tut das gut, unserer Beziehung auch. Dennoch vermisse ich die Auseinandersetzung in einer Beziehung, das mit sich beschäftigen, das Streiten, das Versöhnen, in Worten, anfassbar, nachvollziehbar. Dies festzustellen, ist gut. Ich muss daraus keine Schlüsse ziehen.

Die Weihnachtstage verliefen sehr still. Ich war zufrieden, konnte ruhig und ohne innere Unrufe auf dem Sofa verbringen. Für mich eine sehr ungewohnte, aber erholsame Situation, die keine Bedrohung darstellte. Kein Fluchtreflex ließ mich umherirren.

Das Jahr begann und ist nun einige Tage alt. Was wird es mir bringen, was erwarte ich, was sind meine Ziele? Große unerreichbare Ziele habe ich mir nicht gesteckt. Ein Wort geistert jedoch seit einigen Tagen in meinem Kopf herum. „Achtsamkeit“. Mich und meine Gefühle wahrnehmen und wichtige und schöne Momente des Lebens nicht versäumen, sie sehen, die Chancen, sie nicht versäumen, sie nicht ob ihrer vermeintlichen Kleinheit verschmähen.

Nun erreichte mich gerade gestern ein Angebot auf einen neuen Job. Plötzlich und unerwartet bekam ich einen Anruf, ob ich Interesse hätte. Ist das das Tor zu einer Veränderung? Ich werde sehen und mich in der kommenden Woche verabreden, um Näheres zu erfahren.

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Auf die Spur kommen

Seit geraumer Zeit beschleicht mich das Gefühl, etwas in mir auf die Spur gekommen zu sein. Mir fällt es komsicherweise sehr schwer,  es in Worte zu fassen, es zu greifen oder gar genau zu analysieren. Was ist das, woher kommt es und wann bzw. wo sehe ich es.

Aufgefallen ist es mir zuerst in meiner regelmäßigen Gesprächsrunde, in der ich genauso regelmäßig mit einer Teilnehmerin anecke. Ich spreche, beschreibe, sie hängt sich daran auf, regt sich auf und kommt mir Contra, nicht inhaltlich, sondern über die Art und Weise, wie ich spreche. Es regt sie auf, dass ich so verkopft bin, mich nicht einfühle. Sie äußert ihre Feststellung und ihre Befindlichkeit sehr emotional.

Für mich bedeutet das einen Affront, ich fühle mich angegriffen und bin es auch. Schließlich habe ich das Recht auf einen Raum, mich auf meine Art zu äußern. In Folge sind wir uns spinnefeind. Wir streiten uns und maulen.

Sie löst in mir eine starke Reaktion mit ihren Angriffen aus. Woran erinnert es mich? Warum hinterlässt ihre Reaktion eine so starke Wirkung bei mir, obwohl ich sie kaum kenne?

Beim letzten Mal sprach ich es an. Noch ohne genau zu wissen und zu wollen, wohin es geht, kam etwas aus mir heraus, das ich so kaum für möglich hielt. Ich redete über meine Mutter und die jahrelangen Auseinandersetzungen mit ihr.

Dabei erfuhr ich, wie ich ihr zugesetzt haben muss, wie sie vor ihrem eigenen Sohn Angst hatte. Und ich von ihr Antworten erwartete, die ich nicht bekam. Sie hingen und hängen wir auch teilweise heute noch in einer gewissen Verquickung miteinander in Verbindung. Ganz genau kann ich die Zusammenhänge nicht erklären, aber ich sie spüre sie. Mir hilft das Erspüren beim Auflösen. Ganz  neu ist dies nicht, aber das in der Gruppe darüber Reden wirkt ganz offenbar sehr viel intensiver, endlich einmal auch diese ollen Kamellen ganz loslassen zu können.

Bei mir bleiben

Wenn du in deinen Gedanken ständig bei anderen bist, kannst du nicht zugleich bei dir sein. So entsteht das Gefühl von Leere und Verlassenheit in dir. Du hast dich dann selbst verlassen.

Robert Betz

Ich – das wunderbare Geschöpf !?

Sicherlich gelingt es mir, mich beharmherziger und wohlmeinender zu sehen. Ob ich tatsächlich allein leben könnte, sei mal dahin gestellt. Lieber ein Stück Restzuwendung, als nichts dergleichen

Kann ich mich so lieben, dass ich kein Gegenüber, keine Geliebte benötige? Ich sehe das nicht so. Meine Sozialisation ist nun mal so, im Positiven, wie im Negativen. Diese Gegebenheiten bekomme ich nicht weg, da kann ich mich noch so wandeln. Körperliche Nähe zumindest brauche ich, auch ohne Sex, die Wärme des anderen unter der Bettdecke spüren.

Endlich wieder im Einklang

Heute ist der erste Tag seit Langem, an dem ich mich als mit mir im Einklang befindlich beschreibe.

Bis heute Mittag lag mir etwas auf der Seele, was es zu klären galt. Ich suchte das Gespräch und fast zeitlich mit dem Aussprechen verschwand die Beklommenheit und das Unwohlsein, das mit dem auf-der-Seele-lasten in Zusammenhang stand. Offenbar bin ich ein sehr sensibler Mensch, der Harmonie benötigt und sie, wenn es irgend geht, versucht, wieder herzustellen. Neu ist für mich, dabei auch über gewisse Grenzen zu gehen, wenn es zwischendurch ungemütlich werden kann, weil ich anderen damit auf die Füße trete.

Hoffentlich hält der Zustand lange an, ich benötige die Kraft für die Dinge, die noch kommen könnten. Nun ist erstmal Wundenlecken angesagt und Pflege der Seele, die ich mir möglichst selbst geben muss und nicht auf andere warten. Es klappt ja, es geht, ich bin nicht falsch, auch wenn ich mit meinen Dingen oft anecke, sobald ich sie ausspreche. Schauen wir, wie es weitergeht.

Leider sind die Versuche, mit Frau Notos in tiefe Gespräche zu kommen noch nicht von Erfolg gekrönt. Irgendwie entzieht sie sich meinen Wünschen. Ich muss dann aufpassen, um sie nicht zu missionieren und zu drängeln. Sie ist halt sehr anders, als ich. Dies anzuerkennen ist wohl der einzige Weg, um mich nicht aufzureiben und klein zu machen.

Leben ohne Schuldgefühl

Ein großes Thema für mich. Die Kommentare dazu waren sehr hilfreich. Nur nützt es nichts, wenn ich es nicht aus dem Kopf bekomme. Ständig dagegen angehen, ja, da kann ich mich selbst erziehen und andere keine Macht über mich erlauben, mir ein schlechtes Gefühl zu geben.